ÖGB: Ein Zeichen gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit setzen!

Ausstellung im ÖGB-Seminarzentrum Strudlhof bis 20. März 2003

Wien (ÖGB). "Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Chauvinismus sind die Bedrohungen unserer Zeit - die Konsequenz daraus sind 100 Tote in Deutschland und Österreich aufgrund rassistischer und ausländerfeindlicher Gewalt", erklärte Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, anlässlich der gestrigen Eröffnung der Ausstellung "Gib den Opfern einen Namen" im ÖGB-Seminarzentrum Strudlhof. "Diese Ausstellung ist auch ein Zeichen gegen menschenverachtende, minderheitenfeindliche, fremdenfeindliche Äußerungen - ob am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld", so Sabine Letz, Geschäftsführerin des VÖGB.++++

Die Ausstellung zeigt die Namen und Geschichten von Menschen in Deutschland und Österreich, die in den Jahren 1990 bis 2000 Opfer fremdenfeindlicher und rassistischer Gewalt wurden. Eine wichtige Zielgruppe sind dabei junge Menschen, die sich noch keine Gedanken über die Folgen von Ausländerfeindlichkeit gemacht haben. Der ÖGB hat daher über den Stadtschulrat alle Schulen in Wien von der Ausstellung "Gib den Opfern einen Namen" informiert und sie zum Besuch eingeladen.

Mit der Eröffnung gestern, 12. Februar, wurde auch an den bewaffneten Widerstand des sozialdemokratischen Schutzbundes gegen die faschistische Heimwehr erinnert, der an diesem Tag im Jahr 1934 begann. Mit der Waffe in der Hand versuchte der Schutzbund damals dem Ziel der Zerstörung der Demokratie entgegenzutreten. Es war ein ungleicher Kampf - der Bürgerkrieg forderte Tausende Tote und Verwundete und führte zu einer menschlichen Katastrophe, der eine politische folgen sollte.

Mit dem Beginn des Bürgerkriegs kam es unter anderem zu einem Verbot der Freien Gewerkschaften, der Sozialdemokratischen Partei und zum Demonstrations- und Streikverbot. Im März 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein. Es folgten sieben Jahre Nationalsozialismus.

Nach 1945 dachten viele der Überlebenden der KZs, dass "die Zeit des Fremdenhasses, Antisemitismus und des Nationalismus vorbei sei -doch ein Blick über Europa zeigt, dass dies nicht der Fall ist, dass diese Entwicklungen überall festzustellen sind", so Sabine Letz. Mit dieser Ausstellung setzt der ÖGB daher ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Jedes einzelne dieser Schicksale sollte ein Anstoß sein, über rassistische Gewalt in Österreich nachzudenken.

S E R V I C E :

Gib den Opfern einen Namen
Ausstellung

Termin: 12. Februar bis 20. März 2003
Ort: ÖGB-Seminarzentrum Strudlhof
Strudlhofgasse 10
1090 Wien

Die Ausstellung wird vom Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) und dem Mauthausen Komitee Österreich veranstaltet. Für die Konzeption zeichnet der Deutsche Gewerkschaftsbund verantwortlich.

ÖGB, 13. Februar 2003
Nr. 078

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