Scheele: Europäisches Parlament beschließt 73,95 Mio. Euro zur Gesundheitsvorsorge für Frauen in Entwicklungsländern

Wien (SK) Das Europäische Parlament stimmte heute über den Verordnungsvorschlag über die Unterstützung von Strategien und Aktionen im Bereich der reproduktiven und sexuellen Gesundheit in den Entwicklungsländern ab. Dabei forderten die Abgeordneten, dass der Finanzrahmen für die Verordnung für den Zeitraum 2003 bis 2006 auf 76,95 Millionen Euro festgesetzt wird. Die finanzielle Hilfe der Gemeinschaft muss sich nach Ansicht der Abgeordneten über den Kommissionsvorschlag hinaus auch auf spezifische Maßnahmen, wie zum Beispiel Prävention von HIV und Aids, Bereitstellung von Aufklärungsprogrammen für Jugendliche oder Bekämpfung von schädlichen Praktiken der Genitalverstümmelung, beziehen. Im Rahmen dieser Maßnahmen erscheint den Abgeordneten auch die Beteiligung und Konsultation lokaler Gemeinschaften, Familien und Betroffener, insbesondere der Frauen und Jugendlichen, sehr wichtig, informierte SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele. ****

"Mehr als eine halbe Million Frauen sterben jedes Jahr an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, fast alle davon in Entwicklungsländern. Die Zahl derjenigen, die während einer Schwangerschaft oder bei der Geburt erkranken, ist um ein Vielfaches höher. Ein verstärktes Engagement der Europäischen Union in diesem Bereich ist dringend notwendig", so Scheele. "Das Risiko von Frauen, während der Schwangerschaft oder der Geburt zu sterben bzw. bleibende gesundheitliche Schäden davonzutragen, hängt von der Zahl der Schwangerschaften und der Qualität der Gesundheitsvorsorge ab".

Programme zur Verbesserung der reproduktiven Gesundheit und der Familienplanung sollen helfen, die entwicklungspolitischen Millenniumsziele zu erreichen. Eines dieser Ziele ist die Verbesserung der Gesundheit von Müttern durch familienplanerische Maßnahmen. Dadurch kann die Zahl der ungewollten Schwangerschaften, riskanten Abtreibungen und Todesfälle im Kindbett reduziert werden, so Scheele am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Kommissar Nielsen bedauerte in der Aussprache vor der Abstimmung die Kampagne gegen den Kommissionsvorschlag, in der trotz der Wichtigkeit des Themas gezielt mit falschen Informationen gearbeitet wurde. So wurde etwa der Europäischen Kommission vorgeworfen, Abtreibungen in den südlichen Ländern zu fördern.

"78.000 Frauen sterben jährlich aufgrund unsachgemäß durchgeführter Schwangerschaftsunterbrechungen. Das sollte Grund genug sein, mit finanzieller Unterstützung der EU Strategien zu entwickeln und Programme zu fördern, um die Frauen umfassend zu informieren und dadurch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften und der unsachgemäß vorgenommenen Abtreibungen zu verringern", stellt Scheele fest.

Nun muss noch der Rat, der sich aus den jeweiligen Ministern der 15 Mitgliedsstaaten zusammensetzt, der Position des Europäischen Parlaments zustimmen. "Hoffentlich schließen sich die Mitgliedsstaaten auch der höheren Dotierung dieser Budgetlinie auf 73,95 Millionen EURO an", so Scheele abschließend. (Schluss) wf/mm

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