UNGARN - noch 443 Tage bis zur EU!

Geheimtip der Woche: Arboreten in Ungarn

Wien (OTS) - Ein Arboretum ist ein historischer botanischer Garten in dessen Mittelpunkt der Baum steht. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert war es in Adelskreisen Mode, sich großflächig solche Gärten anzulegen, wobei heimische Gehölze ebenso Verwendung fanden wie exotische Arten, die von Weltreisenden mitgebracht wurden. Manche Adelshäuser übertrafen einander im Bemühen, möglichst viele verschiedene Baumarten zu sammeln.

Abgesehen von diesem "Wettbewerb" dienten diese prächtigen Gärten und Parks jedoch damals wie heute der Erholung, auch wenn sie seinerzeit dem Adel vorbehalten waren. Heute finden sich in Ungarn 28 solcher Arboreten, die nicht nur Botaniker, sondern auch Naturfreunde mit ihrer Artenvielfalt und teilweise besonders wertvollen Exemplaren beeindrucken und erfreuen.
Zu den bedeutendsten ungarischen Arboreten zählt unter anderen der Pepi-Garten von Szarvas in der Nördlichen Tiefebene im Augebiet von Theiß, Miersch und Kriesch. An einem toten Altarm des letzteren Flusses liegt eines der schönsten und größten Arboreten Ungarns, angelegt von der Familie Bolza, die auch das gleichnamige Schloß errichtete. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ József Bolza im sogenannten Anna-Hain, heute liebevoll nach seinem Begründer Pepi-Garten genannt, unzählige Bäume pflanzen. Heute umfaßt das Arboretum über 1000 Arten, darunter uralte Stieleichen, Arten tropischer Moorlandschaften ebenso wie jene des Hochgebirges.

Eine exotische Besonderheit weist der Botanische Garten von Vácrátót unweit von Budapest auf. Mit über 28 Hektar ist er nicht nur der größte, sondern auch der eindrucksvollste Park. Er wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Vilmos Jámbor, dem damals bekanntesten ungarischen Gartenbauarchitekten angelegt und zeigt neben einer über 120 Jahre alten ungarischen Esche und einem prächtigen Rosengarten über 15000 verschiedene Baumarten, darunter Europas höchste Sumpfzypresse, sowie einen kompletten Mangrovewald.
Das Arboretum von Zirc im mittelungarischen Bakonygebirge ist Teil der großartigen Zisterzienserabtei, das ab dem beginnenden 19. Jahrhundert im ehemaligen Jagdrevier des Klosters gezielt angelegt wurde. Etwa zwei Drittel der Arten sind einheimische Bäume. Kernstück ist eine 350 m lange Lindenallee mit exakt 111 Bäumen, der älteste Baum ist eine 350 Jahre alte Stieleiche, deren Stammdurchmesser 120 cm beträgt. Daneben gibt es vor allem asiatische Baumarten, darunter Ungarns einziger Mandschurischer Ahornbaum.

Prachtstücke des Arboretums vom Alcsút, ebenfalls in Mitteltransdanubien, mit seinen über 500 Arten, darunter Schwarze Nußbäume, mächtige Platanen und Blutbuchen, sind der älteste Akazienbaum Ungarns mit einer Stammdicke von 5,5 Metern, sowie eine 1830 gepflanzte Libanonzeder mit einem Umfang von 3 Metern und einer Höhe von ca. 30 Metern.

Obwohl wir hier nur vier der schönsten Botanischen Gärten vorstellen, so sind auch die anderen, etwa jener im westungarischen Sárvár oder Dutzende andere ebenso sehenswert, denn sie sind unvergleichliche "Schatzkästchen der Natur", liebevoll angelegt durch Menschenhand.

Rückfragen & Kontakt:

Ungarisches Tourismusamt
Tel.:01/585 20 12-13
Fax 01/585 20 12-15
ungarn@ungarn-tourismus.at
http://www.hungarytourism.hu
http://www.travelport.hu

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HUN0001