2.Wettbewerbsbericht

Berlin (OTS) - Vor einem Jahr ernannte Bahnchef Hartmut Mehdorn einen Wettbewerbsbeauftragten - eine Art Bahninterne Selbstkontrolle in Sachen Wettbewerb auf der Schiene. Alexander Hedderich soll herausfinden, ob das Unternehmen Wettbewerber benachteiligt. Am Donnerstag stellte er in Berlin seinen 2. Wettbewerbsbericht der Öffentlichkeit vor.

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Eine weitgehend positive Bilanz zog der Wettbewerbsbeauftragte der Deutschen Bahn Alexander Hedderich nach einem Jahr Arbeit. Sein Fazit:

Der Wettbewerb auf der Schiene nimmt zu. Gleichzeitig wird immer weniger über angeblich diskriminierendes oder wettbewerbswidriges Verhalten der Bahn gesprochen. Und das obwohl die Deutsche Bahn noch immer 90 Prozent des Marktanteils am Schienenverkehr in Deutschland besitzt:

1.) O-Ton (ors09191) Dr. Alexander Hedderich, Wettbewerbsbeauftragter der Deutschen Bahn AG (0:28 sec.)
Das ist keine Frage des Marktanteils. Entscheidend ist die Frage, dass der Marktzugang offen ist. Dass jedes Unternehmen, dass sich auf dem Markt engagieren will, hier auch zum Zuge kommt. Und hiervon machen ja auch alle Unternehmen Gebrauch. Über 200 Unternehmen sind in Deutschland unterwegs. Deren Leistungsvolumen steigt jedes Jahr um 20-30 Prozent. Sie haben also einen rasanten Anstieg in der Leistung dieser Unternehmen. Und die würden das ja alle nicht tun, wenn sie ständig von einem Monopolisten behindert würden. All das ist ja in der Realität gar nicht gegeben.

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Dennoch gibt es immer wieder Klagen über das angeblich Wettbewerbsbehindernde Verhalten der Deutschen Bahn. Jüngstes Beispiel, der Streit mit dem Wettbewerber Connex. Das Unternehmen versuchte per Gerichtsbeschluss zu erzwingen, in die Fahrplan-Auskunft der Deutschen Bahn aufgenommen zu werden - ohne Erfolg. Aus Sicht der Bahn eine korrekte Entscheidung:

2.) O-Ton (ors09192) Dr. Alexander Hedderich, Wettbewerbsbeauftragter der Deutschen Bahn AG (0:27 sec.)
Hier geht es ja darum, dass verlangt wird, die Bahn soll Werbung, soll Vertriebsunterstützung für ihre Wettbewerber leisten. Wir sehen es aber nicht als unsere Aufgabe an, dass wir Werbung und Vertriebsunterstützung für die Firma Connex betreiben. Das ist Aufgabe der Firma Connex selbst, ihre Kunden zu informieren. Jeder weiss, wenn ich in einen neuen Markt einsteige, ist es immer am schwierigsten, Marketingaufwendungen zu betreiben, da richtig Geld zu investieren, weil da ist die entscheidende Hürde, um mich am Markt bekannt zu machen.

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Anders als in einigen anderen europäischen Ländern konnte die Deutsche Bahn das Netz als Unternehmensteil behalten. Es gab also keine Trennung von Transport und Fahrweg. Umso genauer wird seit dem geschaut, inwieweit die Deutsche Bahn diese Stellung zu seinem Vorteil nutzt. Doch auch die Ende Dezember vorgestellte Studie "Liberalisierungsindex Bahn" bestätigt das hierzulande offene System des Netzzugangs. Deutschland liegt demnach europaweit bei der Marktöffnung im Schienenverkehr nach Großbritannien und Schweden auf Rang drei.

3.) O-Ton (ors09193) Dr. Alexander Hedderich, Wettbewerbsbeauftragter der Deutschen Bahn AG (0:40 sec.)
Es gibt einmal im Jahr für den Jahresfahrplan ein Anmeldeprozedere. An dem haben im vergangen Jahr über 100 Unternehmen teilgenommen mit insgesamt 6400 Trassenanmeldungen. Von diesen 6400 Anmeldungen konnte in 44 Fällen kein Angebot abgegeben werden, weil die Kapazität nicht ausreichte. Jedes Unternehmen in Deutschland bestätigt eigentlich, dass DB-Netz hier sehr bemüht und auch sehr erfolgreich ist. Und deswegen ist es schon etwas sehr unredlich, so zu tun als würde hier eine Behinderung des Wettbewerbs stattfinden. Ich glaube, die Zahlen sprechen hier für sich. Natürlich, aber das ist auch bei der Bahn so, nicht jeder Zug den man gerne fahren würde, ist tatsächlich auch im Fahrplan unterzubringen und das hat man auch bei diesen Trassenkonflikten gesehen.

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Auch wenn es aufgrund der engen Kapazitäten immer wieder Trassenkonflikte gibt, die oft zitierten "Aktenberge mit Diskriminierungsverfahren" konnte der Wettbewerbsbeauftragte der Deutschen Bahn nicht entdecken.
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ors Originaltext: Dt. Bahn AG

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