Mühlwerth: Raubt die Schule den Kindern den Schlaf?

Schlafforscher fordern späteren Unterrichtsbeginn

Wien, 2003-02-13 (fpd) – "Schulautonomer Unterrichtsbeginn würde zu denselben Problemen wie die schulautonomen Tage führen", erklärte heute die freiheitliche Vizepräsidentin des Wiener Stadtschulrates für Wien, Monika Mühlwerth, anlässlich der aktuellen Forderung, den Unterrichtsbeginn von den Schulen autonom regeln zu lassen. ****

Mühlwerth wies darauf hin, dass Schulautonomie generell zu begrüßen sei, sich jedoch bei den schulautonomen Tagen gezeigt habe, dass Eltern mit mehreren Kindern an verschiedenen Schulen vor unlösbare Probleme gestellt würden. "Die schulautonomen Tage betreffen jedoch nur einige Tage im Jahr. Wie sollen die Eltern das ganze Schuljahr über das Problem lösen, wenn ein Teil der Kinder schon um 8 Uhr in der Schule sein muss, der Rest aber erst um neun Uhr, fragt sich die freiheitliche Vizepräsidentin.

Über die Studie der Schlafforscher, die zu dem Schluss kommen, dass ein späterer Schulbeginn für die Kinder besser wäre, solle durchaus ganz offen diskutiert werden. Eine Verschiebung der Schulzeit in den Nachmittag, wie von der SPÖ in Richtung Ganztagsschule gefordert, sei damit aber nicht unbedingt nötig, da Österreichs Schüler ohnehin eine Stundenanzahl hätten, die im OECD-Durchschnitt im obersten Drittel angesiedelt sei. "Im Vergleich kommen andere Länder wie Finnland, Japan oder Korea, die bei der letzten PISA-Studie sehr gut abgeschnitten haben, mit weniger Schulstunden aus. Weniger ist oft mehr, denn es kommt auf die Qualität des Unterrichts an, nicht auf die Quantität", sagte Mühlwerth.

Wichtig wäre es, so die Vizepräsidentin, auch zu untersuchen, ob die Kinder am Abend nicht zu spät schlafen gehen, was sich dann natürlich auch in einem Schlafdefizit widerspiegelt und die Müdigkeit am Morgen erklärt. Das ist dann die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder rechtzeitig ins Bett gehen, will Mühlwerth nicht wieder die ganze Verantwortung an die Schulen delegiert wissen.

Auch Arbeitszeiten der berufstätigen Eltern dürften nicht außer Acht gelassen werden. "Es hat wenig Sinn, wenn die Schule erst um 9 Uhr beginnt, die Eltern aber schon um 7 Uhr aus dem Haus müssen und die Kinder dann entweder sich selbst überlassen bleiben, oder schon um 7.30 Uhr in der Schule bei der Frühaufsicht sitzen", gibt Mühlwerth abschließend zu bedenken. (Schluss) lb

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