ÖGB-Frauen: Am Valentinstag fair produzierte Blumen schenken

Ein Gütesiegel garantiert die Einhaltung von Menschenrechten und Umwelt-Standards

Wien (ÖGB). Beim Blumenkauf internationale Solidarität beweisen, dazu rufen die ÖGB-Frauen anlässlich des bevorstehenden Valentinstags auf. Vor allem in der jetzigen kalten Jahreszeit kommen die Blumen, die in Österreich erhältlich sind, aus den Ländern Afrikas und Südamerikas. Die Mehrzahl der Beschäftigten in der Blumenproduktion sind Frauen. Sie arbeiten häufig unter prekärsten Bedingungen. "Wir begrüßen, dass es nun ein Gütesiegel für Blumen aus menschen- und umweltschonender Produktion gibt. Es liegt nun an jedem selbst zu entscheiden, ob er mit dem Blumenkauf nur hierzulande Freude bereiten oder auch einen Akt gelebter Solidarität setzen will", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits. ++++

Massiver Pestizid-Einsatz, Mini-Löhne und die Missachtung jeglicher arbeitsrechtlicher Schutzvorschriften und sozialer Standards kennzeichnen vielfach die Blumenproduktion in der Dritten Welt. Um die Situation der BlumenarbeiterInnen zu verbessern, haben verschiedene NGO´s gemeinsam ein Gütesiegel entwickelt, das Flower-Label Program (FLP). Es wird an Blumenfarmen verliehen, die den internationalen Verhaltenskodex für die sozial- und umweltverträgliche Schnittblumenproduktion erfüllen. Dieser sieht unter anderem die Zahlung existenzsichernder Löhne, Gewerkschaftsfreiheit, das Verbot von Kinderarbeit, aber auch die Einhaltung von ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen und die möglichst umweltschonende Produktion vor.

Blumen, die mit dem Flower-Label-Siegel zertifiziert sind, gibt es mittlerweile in verschiedenen Ländern Afrikas und Lateinamerikas, unter anderem in Kenia, Simbabwe, Ecuador und Kolumbien. Die Einhaltung des Flower Label Programs wird von unabhängigen Prüfern laufend vor Ort kontrolliert.

"Das Siegel kann zwar in den Entwicklungsländern keinen Lebensstandard wie bei uns schaffen, aber zumindest menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantieren", erklärt Lisa Sterzinger von "Brot für Hungernde". Die Organisation hat gemeinsam mit FIAN (Food First Informations- und Aktionsnetzwerk) die Koordination des FLP-Programms hierzulande über. In Österreich sind die fair produzierten Blumen mittlerweile in mehr als 50 Blumenläden erhältlich.

"Blumen sollen Freude bereiten - nicht nur hierzulande, sondern auch bei jenen, die auf den Blumenplantagen arbeiten. Wir ÖGB-Frauen werden bei unserer nächsten Großveranstaltung, dem Frauenkongress im April, nur fair produzierte Blumen schenken", kündigt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits an. (mfr)

SERVICE: Die Liste der Blumenläden, die in Österreich fair produzierte Blumen führen, ist im Internet derzeit noch unter www.fian.de abrufbar. Ab 14. Februar 2003 findet man die Adressen auch unter www.fian.at im Netz.

ÖGB, 13. Februar 2003
Nr. 076

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