Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Was macht der Papst in Bagdad? (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 13. Feb. 2003

Klagenfurt (OTS) - Was macht der Papst in Bagdad? Die Friedensmission des Heiligen Stuhls bei Saddam Hussein wird nicht nur mit Respekt, sondern auch mit kaum verhohlenem Misstrauen beobachtet. Steckt hinter der Aufsehen erregenden Vatikan-Diplomatie mehr als der Versuch, sich das Gewissen rein zu halten, um später sagen zu können, man habe alles Menschenmögliche getan? Bereitet sich hier ein Paukenschlag vor, der dem nicht zum ersten Mal weltpolitischen "Player" Johannes Paul II. zuzutrauen wäre? Oder wird der alte Mann in Rom lediglich für die dunklen Zwecke eines verbrecherischen Diktators vereinnahmt?

Nun, US-Präsident George W. Bush vereinnahmt täglich gleich den ganzen lieben Gott für seine auch nicht gerade lichtvollen Zwecke. Und dieser kann sich schlecht wehren. Der Papst aber kann es und tut es.

Der genaue Auftrag des vatikanischen Sondergesandten und der Inhalt der persönlichen Botschaft des Papstes an Saddam Hussein sind unbekannt. Doch darf getrost davon ausgegangen werden, dass es sich nicht nur um Ermahnungen handelt. Der Papst verfolgt einen Plan, in den auch UN-Generalsekretär Kofi Annan eingebunden ist. Offenbar zieht Johannes Paul II. noch einmal alle Register zur Abwendung drohenden Übels. Seine Triebfeder ist kein "frommer Wunsch", sondern das Wissen, was Not tut.

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