"Neues Volksblatt" Kommentar: "Öko-Tücken" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 13. Februar 2003

Linz (OTS) - =

In der Theorie klingt Ökologisierung des
Steuersystems hervorragend: Wer in künftigen Generationen denkt, kann schließlich nicht anders, als die Ressourcen dieser Welt - Rohstoffe wie Umwelt gleichermaßen - bestmöglich zu schützen. Nur auf Einsicht der Ressourcenverbraucher zu setzen, bringt da erfahrungsgemäß wenig. Der Ansatz beim Geldbeutel verspricht mehr Effizienz. Nichtsdestotrotz sind die drohenden Tücken einer solchen Ökologisierung abseits der generellen Sichtweise vielfältig. Stichwort Pendler: Wer schon damit gestraft ist, in seinem näheren Lebensumfeld keinen adäquaten Arbeitsplatz zu finden, kann wohl schwer dafür auch noch extra zur Kasse gebeten werden. Der öffentliche Verkehr kann hier theoretisch eine Lösung sein - de facto ist er es in vielen Fällen nicht. Oder Stichwort Wirtschaft: Auch hier greift die pure Sichtweise nach Ressourcenverbrauch zu kurz. Nachhaltigkeit hat schließlich auch mit sozialen und wirtschaftlichen Folgen zu tun - und kann daher etwa die internationale Konkurrenzsituation samt den damit verbundenen Arbeitsplatz- und Wirtschaftsstandortfragen nicht einfach beiseite wischen.
Fazit: Eine Ökologisierung des Steuersystems ist zweifellos fällig. Zu eindimensionale Schnellschüsse würden sie aber in die Irre führen.

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