"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Ökopunkte ade" (Von Michael Jungwirth)

Ausgabe vom 13. Februar 2003

Graz (OTS) - Das war gestern ein schwarzer Tag für Österreich. Ab 2004 droht eine Transitlösung, die einem Schweizer Löcherkäse gleicht.

Nun ist die Macht der Transit-Lobby nicht zu unterschätzen. Dass ausgerechnet das EU-Parlament, ein Vorreiter für die Ökologie, den Österreichern in den Rücken fällt, muss zu denken geben.

Österreich steht vor den Scherben seiner Verkehrspolitik. Seit dem EU-Beitritt hat man es verabsäumt, in Europa um Verständnis für die Anliegen zu werben. Stattdessen kocht jeder sein eigenes Süppchen:
Wiener und Tiroler, Regierung und Opposition.

Schlimmer sind aber die scheinheiligen Argumente. Kein Mensch in Europa versteht, warum die Österreicher nur gegen ausländische Lkws Sturm laufen, heimische aber unbehelligt lassen. Nur 10 Prozent des heimischen Lkw-Verkehrs entfällt auf den Transit. 90 Prozent der Stinker sind Österreicher.

Aber auch in der EU sitzen nicht nur Unschuldslämmer. Brüssel ist überfällig mit einem Vorschlag über ein neues, EU-weites Lkw-Tarifsystem.

Nur ein solches System hat Zukunft. Künftig kann es keine rot-weiß-roten Extrawürsteln mehr geben, sondern nur noch ein europaweites System, das den sensiblen Zonen in den Alpen, Pyrenäen oder Karpaten Rechnung trägt.

Österreichs Hoffnung liegt nicht in den Ökopunkten, sondern in einer europäischen Lösung. Wer sich an den Ökopunkten verbeißt, begibt sich auf den Holzweg. ****

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