Blecha: Leistungsorientiertes Pensionskonto ja, beitragsorientiertes Pensionskonto nein

"Schwarz-Grün nicht Lieblingsfarben der Pensionisten"

Wien (SK) Zu den derzeit aktuellen Plänen künftiger Pensionssysteme nahm heute neuerlich der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha, Stellung. Blecha bekannte sich zu der Notwendigkeit langfristiger Reformschritte "auf Basis unseres bewährten umlagefinanzierten Pensionssystems". Eine Absage erteilte Blecha dem von der Wirtschaftkammer präsentierten beitragsorientierten Pensionskonto, das - so Blecha - "auch von der Pensionsreform-Kommission abgelehnt wird". ****

Der PVÖ-Präsident sprach sich hingegen für ein leistungsorientiertes Pensionskonto aus. Bei diesem Modell werden nicht die Beiträge verbucht, sondern die bereits konkret erworbenen Leistungsansprüche. Blecha über die Vorteile dieses Modells: "Beim leistungsorientierten Pensionskonto erkenne ich auf den ersten Blick, welche Leistung ich bereits erwarten kann, es ist transparent, verständlich und fördert das Vertrauen. Außerdem sind bereits erworbene Leistungen resistent gegenüber verschlechternden Änderungen, die nur mehr zukünftige Zeiträume beim Erwerb von Leistungen bzw. Versicherungszeiten betreffen könnten."

Blecha nannte als weitere Ziele einer Pensionsreform:

  • Hebung der Erwerbsquote als unabdingbare Voraussetzung für Änderungen im Pensionsrecht.
  • Schaffung eines tragfähigen Netzes bis zum hinausgeschobenen Pensionsantritt durch Altersarbeitslosengeld.
  • Vereinheitlichung der Pensionssysteme der Arbeiter, Angestellten, Selbständigen, Bauern und Beamten. Gleiche Beiträge (20,25 Prozent des Bruttoeinkommens, das entspricht 22,8 Prozent der Arbeitnehmereinkommen gesplittet auf Dienstgeber- und Dienstnehmerbeiträge. Bei den gewerblich Selbständigen ist der Beitragssatz derzeit 15 Prozent, bei den freiberuflich Selbständigen 20 Prozent und bei den Bauern 14,5 Prozent).
  • Gleiche Leistungen sollen zu einer 80-prozentigen Nettoersatzrate beim Alter von 65 Jahren mit 45 Beitragsjahren führen. 80 Prozent bezogen auf das mit dem allgemeinen Lohnwachstum aufgewerteten Lebenseinkommen.
  • Einführung des leistungsorientierten Pensionskontos.
  • Dieses schafft Transparenz und Vertrauen für die Versicherten. Jedes Einkommen, jeder verdiente Euro erhöht in einem linearen Satz die Berechnungsgrundlage für die Pension (jeder verdiente Euro bringt Pensionspunkte).
  • Der Pensionistenverband vertritt ein solches leistungsorientiertes Pensionskonto und lehnt ein beitragsorientiertes Pensionskonto ab, welches brutale Auswirkungen bei demographischen Verschiebungen bringt (die Alten kriegen nur, was gerade an Beiträgen fließt).
  • Wertschöpfungsabgabe zur besseren Berechnung der Arbeitgeberbeiträge. Steuern und Abgaben, die sich auf die Lohn- und Gehaltssumme beschränken, belasten arbeitsintensive Betriebe überproportional und begünstigen kapital- und energieintensive Betriebe. Bei sinkender Lohnquote führt die Wertschöpfungsabgabe zu einer solidaren Finanzierungsbasis.

Dass auf die Pensionisten "harte Zeiten" zukommen, darüber ist sich Blecha klar: "Schwarz-Grün sind nicht die Lieblingsfarben der älteren Generation!", so Blecha abschließend. (Schluss) wf/mp

Rückfragehinweis: Andy Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Tel. 01 313 72 31

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