Content: VIW fordert Staatssekretariat für Information und Medien

Wien (OTS) - Der Verband für Informationswirtschaft (viw
e-Business Austria) hat ein Forderungsprogramm an die kommende Bundesregierung betreffend Informationswirtschaft ausgearbeitet. Die Kompetenzstreitigkeiten der Ressorts bei horizontalen Materien sowie der fehlende first-stop-shop sind Gründe, warum der VIW ein Staatssekretariat für Medien- und Informationsangelegenheiten im Bundeskanzleramt einfordert, inklusive Richtlinienkompetenz. Weder der Aktionsplan E-Business (Jänner 2001) noch der nationale Digitalisierungsplan wurden bisher öffentlich diskutiert bzw. beschlossen, obwohl beide für die Inhalte-Industrie von eminenter Bedeutung wären. Und in die Steuerungsgremien von E-Learning oder E-Government wurden Vertreter privater Wirtschaftsverbände nicht eingebunden.

Vorbild FINNLAND

Das finnische Erfolgsrezept (siehe Vortrag kürzlich in der WKÖ) wäre auch in Österreich einfach umzusetzen: rasche Liberalisierung -auch des öffentlichen Inhalte-Sektors; Vorrang des Marktes vor Subventionsverzerrung; Fokus auf private Inhalts-Dienste und verbesserte Informationskultur statt Hardware- und Computermilliarden; Definierte Arbeitsteilung zwischen Staat und Privatwirtschaft.

Vorbild DEUTSCHLAND

Von dort wäre das Konzept von D21 zu übernehmen: ein hochrangig besetzter Runder Tisch aller öffentlichen wie privaten Interessenvertretungen beim Bundeskanzler. Dieser erarbeitet eine kohärente interministerielle (!) Strategie für E-Learning, Content und E-Government und für die Digitalisierung des Schatzhauses Österreich aus. Denn das beste eContent-Programm des BWWA wäre nutzlos, wenn andere Ressorts (siehe z.B. BMBWK) eine gegenteilige Strategie verfolgten.

Daher die Forderung des VIW

Die österreichische Politik sollte in den Dialog mit den Wirtschaftsverbänden und NGOs eintreten, ressortübergreifende Strategien entwickeln und letztlich Prioritäten und Handlungen setzen. Diese substantiellen Anliegen dürfen nicht allein an Gremien (siehe IKT-Board) delegiert werden. - Die Zeit drängt. Im Zuge der EU-Erweiterung haben die Nachbarstaaten kräftig aufgeholt, neue Strukturen geschaffen und sogar Ministerien für Informationsgesellschaft etabliert. Schon jetzt sind Online-Wahlen oder digitale National-Archive Vorzeigeprojekte, die bisher in Österreich an Partikularinteressen scheiterten. - Es liegt nicht an den fehlenden Fördermillionen. Was Österreich vermißt, ist eine radikale, ressortübergreifende und kohärente Strategie mit einer klar internationalen sowie mitteleuropäischen Perspektive und einem Zeitfahrplan. Österreich ist ein Riese im Kultursektor und ein Zwerg beim Export seiner Content-Produkte. Das Musik-Exportzentrum von BMAA und mica stellt einen ersten Hoffnungsschimmer dar. Bevor weitere public-private partnership Projekte starten, benötigen alle Akteure eine umfassende Strategie, Richtlinien und Handbücher für PPP-Projekte sowie eine Arbeitsteilung zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Letztlich ist die fehlende Investitionssicherheit für die Wirtschaft das größte Hindernis für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche.

Die Vorstandsmitglieder des VIW:
Roland Führer, MAS, Obmann des VIW sowie Assistent der Geschäftsleitung des KSV und Leiter eBusinessIntegration KSV
Dkfm. Franz Stein, Stv. Obmann des VIW, Verlag Manz
Konrad Tretter, APA
Mag. Nikolaus Futter, Compass Verlag
Mag. Roland Spitzhirn, Die Presse
Herbert Tischler, Telekom Austria
Dr. Klaus Steinmaurer, T-Mobile Austria

Das detaillierte Forderungsprogramm können Sie beim VIW anfordern unter

Rückfragen & Kontakt:

Gerhard K. Wagner
Verbandssekretär
Tel.: 0676-3693610
gkwagner@via.at
http://www.viw.or.at

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