Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Es menschelt bei Spitalsreform (von Michaela Geistler)

Ausgabe vom 9. Feb. 2003

Klagenfurt (OTS) - Menschlich sei das LKH Klagenfurt neu,
verkünden die Architekten des Zukunftsprojektes. Nichts gegen wohldurchdachte Städteplanung - aber ein Krankenhaus ist nur so menschlich, wie in ihm mit Pflegepersonal und Patienten umgegangen wird. Daher kann man zwar den Bau, wie vielfach gefordert, politisch außer Streit stellen, die Verwaltung des Vorzeigespitals bleibt aber eine politische Frage.

Das gilt auch für den Kernbereich der Gesundheitsagenden, die grundsätzlich in die öffentliche Hand gehören und entsprechend politischer Mehrheitsverhältnisse vertreten werden. Haiders Argument, aus Kostengründen die Kompetenz für Bereiche der Gesundheitsressorts delegieren zu wollen, hinkt. Das Spiel ist bekannt: Im Endeffekt hält das Land für getarnte Schulden her.

Außer Streit steht nur die Notwendigkeit von Spitalsreformen. Darin Beschäftigte - ob im Verwaltungs- oder auf dem medizinischen Sektor - können sich künftig nur als Dienstleister am Steuerzahler verstehen. Patienten haben das Recht auf effiziente verwaltungstechnische Abläufe, ohne unnützem hierarchischem "Overhead" und Doppelgleisigkeiten. Jede bauliche oder technologische Unterstützung dieses Modernisierungsprozesses ist wünschenswert. Sie allein garantiert aber noch keine Reform, die Spitäler menschlicher macht.

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