FORMAT: Eurofighter-Gegengeschäfte drohen zu platzen

Geheimer Zwischenbericht dokumentiert, daß "bis dato kein Abschluß" getätigt wurde.

Wien (OTS) - Die groß angekündigten, milliardenschweren Gegengeschäfte beim Ankauf neuer Eurofighter-Abfangjäger des EADS-Konsortiums drohen zu platzen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Laut einem FORMAT vorliegenden Geheimbericht des Wirtschaftsministeriums wurde bis 20. Jänner dieses Jahres kein einziges Gegengeschäft unterzeichnet. In dem Papier heißt es: "Bis dato kein Abschluß." Außerdem versucht EADS, Aufträge rückwirkend schon ab 31. Oktober 2001 als Gegengeschäfte zu deklarieren. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hatte bei Vertragsunterzeichnung noch Kompensationsgeschäfte in der Höhe von 5,482 Milliarden Euro "als machbar" angesehen.

Wie FORMAT weiter berichtet, kam es laut dem Papier "bis dato zu keiner Abstimmung bzw. Anerkennung der eingereichten Projekte". Als bisher einzig konkrete Projekte sollen der Auftrag von DaimlerChrysler an Magna Steyr zur Fertigung des Nachfolgers des Jeep Grand Cherokee (454 Millionen) sowie der Airbus-Auftrag an die oberösterreichische FACC (400 Millionen) als Gegengeschäfte deklariert werden. EADS versucht laut FORMAT außerdem, die Pönalezahlung bei Nichterfüllung der Gegengeschäfte nur auf den reinen Wert der Flieger "ohne Logistik, Training und Finanzierung" zu reduzieren.

Laut dem Magazinbericht kommt auch die vom Bundeskanzler initiierte Plattform der Wirtschaft zum Ankauf von Abfangjägern nicht vom Fleck: Der Plan, die Eurofighter durch ein privates Konsortium zu finanzieren, dürfte ein frommer Wunsch bleiben.

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