Scheele: Spanischer Wasserwirtschaftsplan bedroht die Artenvielfalt im Ebro-Delta

Europamandatare besuchen ölverseuchte Küste Galiziens

Wien (SK) "Der 'Nationale Wasserwirtschaftsplan' der spanischen Regierung bedroht die Artenvielfalt im Delta des Ebro massiv. Die Umleitung des nordspanischen Flusses ist vom Blickwinkel der Nachhaltigkeit aus eine ökologische Katastrophe", erklärte die niederösterreichische SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele. Scheele hält sich derzeit anlässlich eines Besuches der Mitglieder des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments in der gefährdeten Region auf. Die spanische Regierung plant, mit finanzieller Unterstützung der EU den Ebro zu stauen, was neben der Bedrohung der Fauna auch eine Verknappung der Trinkwasserressourcen nach sich ziehen würde. ****

Es könne nicht sein, dass Regionalentwicklungspolitik auf Kosten ökologischer Schätze betrieben wird und dabei Umwelt- und Regionalpolitik gegeneinander ausgespielt werden, kritisiert die Europaabgeordnete. "Es ist zynisch, dass die spanische Regierung nach Kritik an dem Vorhaben von einer rein nationalen Angelegenheit spricht, aber die entsprechenden Schritte dann mit EU-Geldern finanzieren will", so Scheele.

Weiters stand für die Europamandatare gestern ein Lokalaugenschein an der nach dem Tankerunglück der "Prestige" ölverseuchten galizischen Küste auf dem Programm. Nach intensiven Gesprächen mit freiwilligen Helfern, Vertretern von NGO's und der Plattform Nunca Mas wurde klar, dass es diesbezüglich ein großes Informationsmanko gibt. "Das Unglück der Prestige ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass die EU endlich die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch im Schiffsverkehr einleiten muss. Der Untergang der Prestige hat deutlich gemacht, dass die Außerdienststellung von Einhüllen-Öltankschiffen eine dringende Angelegenheit ist und Schweröl nur noch mit Doppelhüllen-Öltankschiffen befördert werden sollte" betont Scheele.

In diesem Zusammenhang bedauert sie, dass der Antrag von Sozialdemokraten, Grünen und GUE auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur maritimen Sicherheit und zum Küstenschutz von den Konservativen im Europäischen Parlament abgelehnt wurde. (Schluss) ns/mp

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