Streit am LKH Klagenfurt: ÖÄK weist Angriffe auf Haas zurück

Pjeta: Kritik an Dienstfreistellungen demokratiepolitisch fragwürdig - Angriffe gegen Haas als Angriffe auf die ärztliche Standesvertretung gewertet

Wien (OTS) - Ein fragwürdiges demokratiepolitisches Verständnis offenbaren nach Meinung des Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Dr. Otto Pjeta jene Kritiker des Kärntner Ärztekammerpräsidenten Dr. Othmar Haas, die dessen wiederholte Dienstfreistellung für standespolitische Tätigkeiten im Rahmen der Ärztekammer in Verbindung mit einer Diskussion über Haas' Einkünfte in ein schiefes Licht zu bringen suchen.

"Die wiederholten unsachlichen und persönlichen Angriffe gegen unseren Standeskollegen sind als Angriffe gegen die ärztliche Standesvertretung als solche zu werten und in schärfster Weise zurückzuweisen", erklärte ÖÄK-Präsident Pjeta am Mittwoch in einer Aussendung. "Das standespolitische Engagement der von der Ärzteschaft demokratisch gewählten Ärztevertreter legitimiert selbstverständlich auch regelmäßige, bezahlte Dienstfreistellungen. Ohne diese wäre eine kontinuierliche Arbeit in der Standespolitik für Spitalsärzte nicht möglich. Das Hinterfragen der Dienstfreistellungen von Haas ist umso unseriöser, als jene 'Insider', die die Öffentlichkeit in dieser Form gegen Haas mobilisieren, offenbar namentlich nicht genannt werden wollen."

Namentlich nicht genannte "Ärztekollegen" hatten in der Kronenzeitung vom Dienstag gefordert, Haas möge sich für seine Tätigkeit als Kammerpräsident vom Dienst karenzieren lassen, um eine "saubere, anständige und ehrliche Lösung" zu erzielen. Pjeta ortet darin das Interesse, einen unbequemen Kritiker aus dem von ihm kritisierten Spitalsbetrieb zu entfernen. "Es ist doch mehr als seltsam, dass die ganze Diskussion erst in einem Moment aufkeimt, in dem Haas Probleme bei seinem Arbeitgeber LKH aufzeigt", so der ÖÄK-Präsident. "Vorher waren die Dienstfreistellungen ja offenbar kein großes Thema."

Haas solle seine Kontrollfunktion für die ärztliche Standesvertretung auf diese Weise erschwert werden, denn als karenzierter Arzt hätte er weitaus weniger praktischen Einblick in den Spitalsalltag als aktiver, vermutete Pjeta. Angestellten Ärzten müsse es jedoch möglich sein, im Rahmen ihrer standespolitischen Funktion auch Probleme im eigenen Haus aufzuzeigen, ohne dass ihnen gleich die Karenzierung angetragen werde oder gar die Entlassung drohe. "Nichts anderes machen ja auch Betriebsräte", schloss Pjeta. "Ich würde mir wünschen, dass in die Diskussion in Kärnten wieder Sachlichkeit eintritt und derart unseriöse Angriffe auf einen gewählten ärztlichen Standesvertreter künftig unterbleiben." (Schluss)

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