Grüne Frauen Wien: Möglichkeiten der Anonymen Geburt nicht in Frage stellen

Vana: "Anonyme Geburt für Frauen oft der einzige Ausweg aus Notsituation."

Wien (Grüne) - Ein eindeutiges "Ja" zur Möglichkeit der Anonymen Geburt und der Babyklappe kommt von den Grünen Frauen Wien. "Wir sehen diese Möglichkeiten als sinnvolles Angebot für schwangere Frauen in Konfliktlagen. Die Anonyme Geburt und die Babyklappe sind kein "vermeintlicher" Ausweg, sondern in bestimmten Situationen die einzige Lösung, betont die Sprecherin der Grünen Frauen Wien und Landtagsabgeordnete, Monika Vana.

Schwerwiegende Gründe und nicht Leichtfertigkeit stehen hinter den Motiven, die Frauen veranlassen, anonym zu gebären. Wenn eine Frau anonym gebären will, dann heißt das, dass sie - aus welchen Gründen auch immer - die Elternschaft für dieses Kind nicht übernehmen kann. Von einer Überprüfung der Begründung einer Frau für
ihre schwerwiegende Notsituation durch die Jugendwohlfahrt, wie im Erlass des Bundesministeriums für Justiz vorgesehen, distanzieren sich die Grünen Frauen Wien. "Die Möglichkeit einer Frau, ihre Identität bei einer Geburt geheim halten zu können, muss auch ohne behördliche Gewissensprüfung gewährleistet sein", sagt die Frauensprecherin Vana.

Die Grünen Frauen Wien lehnen weiters jegliche Form
der "Zwangsberatung" im Zusammenhang mit Anonymer Geburt ab. "Diese wirkt für eine Frau in Notlage abschreckend und erschwert ihr die Entscheidung für den Weg ins Krankenhaus", ist Vana überzeugt. Gegen das Angebot einer freiwilligen Beratung ist aber auch aus der Sicht der Grünen Frauen nichts einzuwenden. "Darüber hinaus braucht es aber dringend weitere gesellschaftspolitische Anstrengungen was die Prävention von Notsituationen für Frauen betrifft, als auch konkrete Ausstiegsmöglichkeiten aus psychosozial bedrohlichen Lebenslagen: Zum Beispiel umfassende Gewaltprävention, Maßnahmen Richtung ökonomische Unabhängigkeit von Frauen, eigenständige Arbeits- und Wohnmöglichkeiten, gratis (anonyme) psychotherapeutische und medizinische Betreuung und auch ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Frauen aus Nicht-EU-Ländern u.s.w.", erklärt Vana.

Das u. a. als Begründung gegen die Anonyme Geburt bzw. die Babyklappe angeführte Kinderrecht auf Wissen um die eigene Identität ist aus der Sicht der Grünen Frauen Wien kein Grund, Frauen in extremen Notlagen die Möglichkeit zu nehmen, ihr Kind ohne Identitätsfeststellung zu gebären. Claudia Sommer-Smolik, Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen, zur Diskussion bezüglich Kinderrechte im Zusammenhang mit Babyklappe und Anonymer Geburt: "Kinderrechte werden nicht automatisch berücksichtigt, indem die Herkunft des Kindes schriftlich festgehalten wird. Kinder, deren biologische Eltern sich nicht in der Lage sehen, das Kind beim Großwerden zu begleiten, brauchen vom ersten Tag der Abgabe psychosoziale Betreuung. Nicht nur pflegerische und medizinische Betreuung ist nötig, sondern es muss vermehrt der Weg in Richtung psychologischer und psychotherapeutischer Betreuung der Säuglinge beschritten werden."

"Wir stehen zur Selbstbestimmung der Frauen und in diesem Sinne zu einem breiten Angebot an Lösungen und Auswegen im Konfliktfall - von der Adoption über die Anonyme Geburt bis zur Babyklappe. Statt einer Einschränkung der Alternativen, ist an einer der Lebenspraxis von Frauen orientierten Vielfalt der Problemlösungen zu arbeiten. Wichtig ist natürlich, dass Frauen und ihr soziales Umfeld die Angebote kennen. Falsche Moral und Tabus schaffen sicher nicht das dafür notwendige gesellschaftliche Klima", so die Grünen Frauen Wien abschließend.

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