ÖAMTC: Zahl der Kinderunfälle im Straßenverkehr ist 2002 erneut gestiegen

Jedes dritte Kind wird völlig ungesichert auf der Pkw-Rückbank mitgenommen

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Das Bilanzziel wurde verfehlt. Die Zahl der Kinderunfälle im Straßenverkehr ist im vergangenen Jahr wiederum gestiegen", schlägt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger Alarm. Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten kann bereits gesagt werden, dass es im Jahr 2002 rund drei Prozent mehr Unfälle mit Kindern bis 14 Jahre gegeben hat als im Jahr zuvor.

Gesicherte Daten liegen von Jänner bis November des Vorjahres vor, den Dezember hat die ÖAMTC-Expertin auf Basis der Novemberdaten hochgerechnet. Demnach gab es im Vorjahr 3750 Kinderunfälle. 4100 Kinder wurden verletzt, was gegenüber 2001 einer Steigerung von mehr als drei Prozent entspricht. "Mit 26 dürfte die Zahl der bei Unfällen auf Österreichs Straßen getöteten Kinder gegenüber 2001 gleich geblieben sein", so Seidenberger.

Die Situation am Pkw-Rücksitz ist geradezu beängstigend: Jedes dritte Kind wird völlig ungesichert mitgenommen. Teils ist es einfach Schlamperei, wenn die Kleinen im Sitz nicht angeschnallt sind, obwohl ein passendes System vorhanden ist. Teils wird aus Unwissenheit oder auch aus purer Ignoranz kein geeigneter Sitz gekauft. Mitunter schieben Eltern auch finanzielle Gründe vor, warum sie kein Kinderrückhaltesystem kaufen. "Diese Investition lohnt sich auf jeden Fall. Wer seine Kinder liebt, der sichert sie im Fahrzeug", beharrt die ÖAMTC-Psychologin.

* Anschnallen ist auch eine Sache der Gewöhnung. "Es bedarf einiger Zeit und viel Geduld, bis manche Kinder diese Einschränkung akzeptieren und nicht gleich beim Hineinsetzen losbrüllen", weiß Marion Seidenberger aus der Praxis. "Schon Babys müssen von Anfang an richtig gesichert werden, damit sie sich an die Gurten gewöhnen." Leichter tolerieren Kinder das Anschnallen außerdem, wenn Eltern und andere Mitfahrer ebenfalls angegurtet sind und sie nicht stundenlang ihrem Bewegungsdrang beraubt werden.

* Auch bei noch so kurzen Fahrten müssen sich Eltern die Zeit nehmen, um ihre Sprösslinge richtig zu sichern und ihnen mehrmals zeigen, wie sie sich selbst anschnallen können.

* Einer Versuchung sollte man als Lenker jedenfalls widerstehen:
Kinder ungesichert im Auto mitzunehmen. Wenn beispielsweise Freunde der Kinder mitfahren möchten, dann müssen die Eltern auch den Sitz oder Sitzpolster für die Fahrt organisieren. Außerdem muss für jedes Kind ein eigener Sitzplatz zur Verfügung stehen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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