Bau- und Holzwirtschaft - Zahlenspiele schaffen keine Arbeitsplätze!

GBH-Driemer: Regierung will 100.000 Bau-Holz-Arbeitslose als Erfolg verkaufen!

Wien (GBH/ÖGB). "Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt: Fast ein Drittel der Arbeitslosen in Österreich - beinahe 100.000 (99.866) Menschen - gehören im Jänner 2003 wieder den Bau- und Holzbranchen an. Die Reaktionen seitens der politisch Verantwortlichen bewegen sich allerdings wieder einmal nur im Bereich des 'Schönredens' dieser Arbeitslosenzahlen und der Zahlenspiele. Die Bundesregierung hat unsere Warnungen seit langem ignoriert und, wenn überhaupt, mit unzureichenden Maßnahmen reagiert - die Bau- und HolzarbeiterInnen müssen für diese Fehlentscheidungen zahlen", stellte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer im Rahmen des heutigen Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz fest.++++

Driemer weiter: "Die eminent hohe Bauarbeitslosigkeit ist außerdem keineswegs nach dem Jänner 'überstanden', sie wird sich vielmehr bis in den Februar und den März hinein verschieben, wenn der 'Konjunkturmotor' Bau nicht endlich durch öffentliche Investitionen und Förderschienen angekurbelt wird. Der Konjunktureinbruch und die hohe Arbeitslosigkeit zeichnen sich auch in anderen Branchen wie dem Baunebengewerbe, den holzverarbeitenden Betrieben und der Stein- und keramischen Industrie ab."

In keinem anderen Wirtschaftszweig ist es so deutlich wie in der Bauwirtschaft, dass die Arbeitslosenzahlen durchwegs hausgemacht sind. Die Baukonjunktur hängt fast ausschließlich von der Binnennachfrage ab. Fehlende Bau-Investitionen haben auch dramatische Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Und die Binnennachfrage ist -nicht zuletzt auf Grund des Konjunktureinbruches, den die derzeit noch immer im Amt befindliche Bundesregierung durch ihre verfehlte Sparpolitik mitverschuldet hat - deutlich gesunken. Driemer: "Es gibt hohen Baubedarf in Österreich, und es gibt die bautechnische und arbeitszeitmodellmäßige Möglichkeit einer durchgehenden Beschäftigung auch im Winter. Was immer noch fehlt, sind Sofortmaßnahmen und zielführende koordinierte längerfristige Konzepte der Bundesregierung mit gesicherter Finanzierung und Zeitschiene."

Durch die fehlenden Aufträge sank auch die Beschäftigung in der Bauwirtschaft. Allein im Jahr 2002 waren um 6.834 Personen oder 2,8 Prozent weniger Menschen am Bau beschäftigt. Driemer: "Damit Österreich das Kyoto-Ziel erreichen kann, sind umfangreiche Investitionen im Bereich der thermischen Gebäudesanierung nötig - ein hoher Beschäftigungseffekt würde sich hier mit umweltpolitisch dringend notwendigen Maßnahmen treffen. Auch der beschäftigungsintensivere Wohnbau ist zurückgegangen. Dabei sind qualitativ hochwertige und leistbare Wohnungen gefragt wie nie zuvor."

Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz fordert daher die politisch Verantwortlichen mit allem gebotenen Nachdruck auf, auch in Zeiten von monatelangen Sondierungsgesprächen und taktischen Koalitionsüberlegungen ihrer Verantwortung gegenüber den ArbeitnehmerInnen in Österreich gerecht zu werden und raschest umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen und aktive Arbeitsmarktpolitik mit Qualifizierungsoffensiven für die ArbeitnehmerInnen zu forcieren.

ÖGB, 4. Februar 2003
Nr. 061

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