GBH-Driemer: Flexibilität darf keine Einbahnstraße zu Lasten der Arbeitnehmer sein!

Bauarbeiter sind jetzt schon die flexibelsten Arbeitnehmer!

Wien (GBH/ÖGB). Harsche Kritik erntete das 10-Punkte-Programm der ÖVP in der heutigen Sitzung des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz. Vor allem die Pläne zur weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit, zur Abschaffung der Frühpension und zur weiteren Privatisierung in Richtung Ausverkauf Österreichs gehen völlig an den wahren Erfordernissen vorbei. ++++

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer: "Gerade in Zeiten dramatisch hoher Arbeitslosigkeit eine weitere Flexibilisierung der Arbeitswelt zu fordern, zeugt nicht von großer Arbeitsmarkt- und volkswirtschaftlicher Kompetenz. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind heute schon sehr flexibel und tragen dadurch wesentlich zum Erfolg der österreichischen Wirtschaft bei. Flexibilität darf aber keine Einbahnstraße zu Lasten der ArbeitnehmerInnen sein. Flexibilität heißt auch Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vom Arbeitnehmer selbst gewählte Arbeitszeitformen, Recht auf Teilzeit - mit einem Recht zur Rückkehr auf Vollzeitarbeit und eine gerechte Verteilung der vorhandenen Arbeit. Einsparungsmöglichkeiten für Unternehmer dürfen nicht das einzige Ziel flexibler Arbeitszeitformen sein. Um das sicherzustellen, muss die Arbeitszeit auch weiterhin auf Kollektivvertragsebene verankert sein. Eine Verlagerung auf Betriebsebene ist ein Anschlag auf die KV-Kompetenz und für uns nicht akzeptabel. Von der Gewerkschaft Bau-Holz gibt es ein klares Nein zur 'Zwangsflexibilisierung'!"

Driemer stellt klar, dass sich die Gewerkschaft Bau-Holz keineswegs gegen die Erfordernisse einer modernen Arbeitswelt stellt. "Flexibilisierung darf aber nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer zu einer jederzeit verfügbaren Ware für den Neoliberalismus werden, die man, wenn man sie nicht mehr braucht, einfach ablegen kann."

Auch die Pläne zur Abschaffung der Frühpension werden von der Gewerkschaft Bau-Holz vehement abgelehnt. Driemer: "Das ist Sozialabbau in Reinkultur. Die Menschen werden nicht wirklich länger beschäftigt, sondern vermehrt in Arbeitslosigkeit und Armut gedrängt."

Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz spricht sich in aller Deutlichkeit auch gegen eine weitere Privatisierung öffentlichen Gutes aus: "Wir sehen hier die Grundversorgung der Menschen in Österreich zu Gunsten kurzfristiger Budget-Maßnahmen massiv und unwiederbringlich gefährdet. Stopp dem Ausverkauf Österreichs!"

ÖGB, 4. Februar 2003
Nr. 060

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