Fasslabend: Flexibler Pensionsantritt statt starrer Altersgrenze

Persönliches Pensionskonto des AAB - Oberösterreich bietet Möglichkeit dazu

Wien, 04. Februar 2002 (ÖAAB-PD) Keine starren Grenzen für den Pensionsantritt sollte es nach der Pensionsreform geben, sagte heute, Dienstag, ÖAAB - Bundesobmann Dr. Werner Fasslabend. Er tritt für die Umstellung auf das vom AAB - Oberösterreich entwickelte Modell des persönlichen Pensionskontos ein, bei dem sich die Höhe der Pension stärker als bisher nach der Höhe der eingezahlten Beiträge und nach der Dauer der Beschäftigung eines Arbeitnehmers sowie der sich daraus ergebenden Verzinsung richtet: "Das persönliche Pensionskonto beseitigt die bisherigen Ungerechtigkeiten des ASVG-Systems indem es auf die tatsächlichen Leistungen während des gesamten Berufslebens stärker Bezug nimmt. Es bietet gleichzeitig die Wahlmöglichkeit für den jeweiligen Pensionsantritt", sagte Fasslabend. ****

Während bisher alle Arbeitnehmer über einen Kamm geschoren worden seien und allein das Alter für den Pensionsantritt ausschlaggebend gewesen sei - was zahlreiche Umgehungsmöglichkeiten geboten habe -solle in Zukunft auch die Beitragshöhe für den Pensionsantritt herangezogen werden. Denn das biete die Möglichkeit, stärker auf die physischen und psychischen Befindlichkeiten der Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen und ihnen davon ausgehend einen individuellen Pensionsantritt zu ermöglichen, so Fasslabend.
"Manche Arbeitnehmer, die in ihrem Berufsleben schweren Belastungen ausgesetzt waren, sind oft schon lange vor dem 60. oder 65. Lebensjahr nicht mehr arbeitsfähig. Andere wiederum würden auch nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter noch gerne arbeiten. Mit dem Modell des persönlichen Pensionskontos wäre beiden gedient."

Die Pensionsbeiträge für einen Versicherten würden auf ein persönliches Pensionskonto eingezahlt und verzinst. Die Höhe dieses Pensionskapitals würde dem Versicherten jährlich mitgeteilt. Tatsächlich diene das Konto nur der Berechnung der aktuellen Pensionssumme, da die Mittel ja weiterhin der Finanzierung der laufenden Pensionen dienen würden. Der Versicherte könne dann selbst entscheiden, wann er in Pension gehen möchte. Zu diesem Zeitpunkt müsse berechnet werden, wie hoch seine Pension ausfallen würde, damit sie bis zum Lebensende aufgebraucht ist. Als Richtwert diene die zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche Lebenserwartung des Geburtsjahrganges des Versicherten. Aus diesem Modell ergebe es sich von alleine, dass die Pension jedes einzelnen umso höher ausfalle, je länger er im Berufsleben bleibe. "Dieses Modell wurde von AAB -Oberösterreich schon vor einiger Zeit ausgearbeitet. Seine Umsetzung ist einer der Schwerpunkte der Arbeit des ÖAAB in dieser Legislaturperiode", sagte Fasslabend.

Generell müsse das Prinzip für eine Pensionsreform lauten: mehr Gerechtigkeit, größere Wahlmöglichkeit für den einzelnen, größere Leistungssicherheit. Als Start für die Reform nennt Fasslabend 2004:
"Jedes Jahr früher ist ein gewonnenes Jahr und die Reform kann so in verkraftbaren Schritten erfolgen." Eines stellt der ÖAAB-Chef allerdings von vornherein klar: "Eingriffe in bestehende Pensionen, wie sie etwa SP-Chef Alfred Gusenbauer für höhere Beamtenpensionen vorgeschlagen hat, kommen nicht in Frage. Für uns gilt in allen Bereichen der Pensionsreform der Vertrauensschutz".
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