ARBÖ: Mit Gips oder Grippe nicht hinters Steuer

Wien (OTS) - Wer sich beim Skifahren einen Arm- oder Beingips eingehandelt hat, sollte aus Gründen der Verkehrssicherheit sein Fahrzeug nicht selbst lenken, rät ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert. Ob man mit Gips ein Fahrzeug lenken darf, hängt vom Einzelfall ab.

"Der Lenker darf nach Paragraph 58 der Straßenverkehrsordnung (StVO) sein Fahrzeug nur dann in Betrieb nehmen, wenn er trotz körperlicher Beeinträchtigung in der Lage ist, sowohl gefahrenfrei zu fahren, als auch die Rechtsvorschriften zu befolgen", betont die ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben kann die Exekutive sogar mit Zwangsmaßnahmen vorgehen und dem Lenker zum Beispiel die Fahrzeugschlüssel abnehmen. Kommt es zu einem Unfall, kann eine Kaskoversicherung sogar das Vorliegen grober Fahrlässigkeit prüfen und sich weigern den Schaden zu decken.

Ob man ein Fahrzeug sicher lenken kann, muss jeder Autofahrer individuell beurteilen. Wichtig ist dabei, wie stark die Beweglichkeit durch Art und Umfang des Gipsverbandes eingeschränkt ist, unterstreicht Mag. Göppert. Es muss auch gewährleistet sein, dass der Fahrer mit der nötigen Sicher- und Festheit die Pedale bzw. Lenkrad bedienen kann.

Grippe kann Fahrtauglichkeit einschränken

Angesichts der Grippewelle warnt ARBÖ-Verkehrsmediziner Prof. Prim. Dr. Josef Nagler: "Wer an grippalen Infekten leidet, sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen
und vor allem kein Fahrzeug lenken. Mit Medikamenten vollgepumpt hinterm Lenkrad zu sitzen, ist sicher die schlechteste Therapie".

Zum Thema "Medikamente und Autofahren" meint der ARBÖ-Verkehrsmediziner: "Schätzungsweise ein Viertel aller Arzneimittel enthalten Stoffe, die die Fahrtauglichkeit einschränken können und somit die Verkehrssicherheit des Fahrers herabsetzen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Autofahrer gar keine Medikamente einnehmen dürfen. Im Gegenteil - in vielen Fällen verhindern Medikamente krankheitsbedingte Ausfallserscheinungen und tragen so zur Verbesserung der Fahrleistung kranker Autofahrer bei.

In der Regel sollten akut erkrankte Personen jedoch besser kein Fahrzeug lenken. Schon das Niesen allein kann während des Fahrens sehr gefährlich werden, da man dabei reflexartig die Augen schließt und dadurch eine kurze Strecke mit geschlossenen Augen fährt.", warnt der ARBÖ-Verkehrsmediziner. "Da die Grippe eine akute Erkrankung ist, gehört auch sie ordentlich - sprich daheim im Bett - auskuriert."

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