"Neues Volksblatt" Kommentar: "Innen-Gegner" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 4. Februar 2003

Linz (OTS) - Nach derzeitigem Stand der Koalitions-Dinge ist eine künftige Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ praktisch tot. Äußerungen aus den beiden Parteien erinnern an vorbeugende Erklärungen, warum man eben doch nicht zueinander gefunden hat. Auch, dass Bundespräsident Thomas Klestil abseits aller Usancen und Stilfragen von Straßburg her nochmals Druck für diese seine Wunschvariante gemacht hat, kann diesbezüglich als gewichtiges Indiz gewertet werden - macht Klestils neuerlichen politischen Ausrutscher aber nicht besser.
Zählt man das massive Misstrauen führender ÖVP-Kreise gegen die FPÖ hinzu, die mit Haider, Stadler & Co. in der letzten Legislaturperiode gezeigt hat, dass mit ihr nur bedingt Staat zu machen ist, steigt die Wahrscheinlichkeit von Schwarz-Grün nun tatsächlich. Bei unverändert vorhandenen Problemzonen wie Migrationspolitik oder Abfangjäger. Zur Erinnerung: Erste Einsichten Van der Bellens in eine verfassungsmäßig nötige Verteidigung des Luftraums vor der Wahl, mussten nach innerparteilichen Protesten zurückgenommen werden. Allerdings: Vor einer innerparteilichen Opposition im Fall einer Regierungsbeteiligung ist keiner der potenziellen ÖVP-Partner gefeit. Die Frage ist, in welcher Partei sie am konstruktivsten unter Kontrolle zu halten ist.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001