"Neues Volksblatt" Kommentar: "Schnapsidee" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 3. Februar 2003

Linz (OTS) - Damit die Jugendlichen von heute von einer
staatlichen Pension nicht nur träumen können, ist eine Reform unumgänglich. Darin sind sich die Parteien zwar einig, aber der Weg zum Ziel ist noch heftig umstritten.
Die ÖVP will eine etappenweise Anhebung des Frühpensionsalters auf das gesetzliche Pensionsantrittsalter von 65 Jahren für Männer und 60 für Frauen. Eine Abschaffung der Frühpension komme für die SPÖ nicht in Frage, mauern die Sozialdemokraten. Ihr Vorschlag, lassen wir doch das Volk abstimmen, wie lange es arbeiten möchte. Das ist vernünftiger Weise keine Frage für die ÖVPund wohl nur als Schnapsidee in der Faschingszeit zu bewerten. Denn die Antwort ist jetzt schon klar. Wer wird länger arbeiten wollen, als er unbedingt muss? Würde heute schon das gesetzliche Pensionsalter von all jenen, die nicht aus gesundheitlichen Gründen bereits früher aus dem Arbeitsprozess aussteigen müssen, eingehalten werden, gebe es gar keine Diskussion über die Abschaffung der Frühpension. Natürlich muss es im Gegenzug auch Maßnahmen geben, damit ältere Arbeitnehmer nicht aus Kostengründen aus dem Erwerbsleben in die Frühpension gedrängt werden. Denn Faktum ist, dass die Menschen heute aufgrund der guten medizinischen Versorgung immer älter werden und die Zeit, die sie im Arbeitsprozess verbringen, immer kürzer wird.

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