Maier für drastische Einschränkung von Haustürgeschäften

Generelles Verbot bei Energie, Telekom, Medizin - "MyElectric" richtungsweisend

Wien (SK) Eine mehr oder weniger überwunden geglaubte Verkaufsform erlebt seit der Liberalisierung der Energie- und Telekommärkte ihre Rennaissance: das "Haustürgeschäft". Oft aggressiv und unseriös auftretende "Haustürkeiler" versuchen, KonsumentInnen zwischen Tür und Angel zu überreden, neue Telekom- oder Energieverträge abzuschließen - oder etwa auch überteuerte Medizinprodukte ("Magnetfeldtherapie") zu erstehen. Dieser Verunsicherung der Bevölkerung will SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier mit einem Verbot solcher Praktiken entgegen treten, wie er Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst bestätigte. Einen entsprechenden Antrag auf Änderung der Gewerbeordnung hat der SPÖ-Abgeordnete bereits eingebracht. Maier räumte ein, dass die Branche nicht nur aus schwarzen Schafen bestehe: die "Salzburg AG"-Tochter "MyElectric" verzichte aus freien Stücken auf Keiler. "Ich erwarte mir diese Vorgangsweise auch von den anderen Unternehmen", so Maier. ****

Unlautere Verkaufspraktiken wie falsche Ausweise oder die Vorspiegelung falscher Tatsachen seien bei diesen Haustürgeschäften leider gang und gäbe. So werde potentiellen Neo-KundInnen etwa vorgegaukelt, ihnen werde der Strom abgeschaltet, wenn sie sich nicht für einen Energie-Neuvertrag entscheiden. Die Vielzahl bekannt gewordener Fälle untermauere laut Maier, dass es sich "keineswegs um Einzelfälle handelt, sondern um gezielte Kundentäuschung".

Der SPÖ-Abgeordnete erinnert an einen besonders krassen Fall in Salzburg. Eine am selben Tag nach einer schweren Krebserkrankung aus dem Krankenhaus entlassene ältere Frau wurde von einem "verschnupften" Keiler in ihrer Wohnung aufgesucht. Der Furcht der Dame, für die zu diesem Zeitpunkt jede Infektion zur tödlichen Gefahr werden konnte, vor einer Ansteckung begegnete der Keiler lapidar mit den Worten, sie könne das Problem ganz leicht durch eine Vertragsunterzeichnung lösen, er werde die Wohnung dann unverzüglich verlassen. Solche und ähnliche Vorgangsweisen würden bei Haustürgeschäften in den erwähnten Branchen immer wieder vorkommen und müssten durch eine gesetzliche Regelung unterbunden werden. "Es steht leider zu befürchten, dass nicht sehr viele Unternehmen freiwillig dem Beispiel von ‚MyElectric' folgen werden, solange sie damit erfolgreich Kunden aquirieren", so Maier abschließend. (Schluss) se/mm

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