MOLTERER: WACHAUER WEINTERRASSEN WERDEN MIT 2 MIO. EURO SANIERT

Schutzprojekt der WLV zur Sicherung des Weltkulturerbes nach Hochwasserschäden

Wien (OTS) Das massiven Regenfälle im August 2002 haben in der Wachau die Weinterrassen massiv beschädigt. Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) hat jetzt ein Schutzprojekt entwickelt, mit dem die für die Hangsicherung wichtigen Trockenmauern wieder hergestellt werden sollen. "Für die Herstellung der Steinmauern und der zerstörten Hangböschungen stellen wir 2 Mio. Euro zur Verfügung. Der Erosionsschutz soll Mitte 2003 wieder hergestellt sein, mögliche Sommergewitter sollten dann keine Chance mehr haben, erklärte Lebensminister Mag. Wilhelm Molterer zur anlaufenden Sanierung der Wachauer Weinterrassen, die zum charakteristischen Landschaftsbild der Wachau gehören und integraler Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau sind.****

Das Schutzprojekt wird von der WLV gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und dem Beratungsring für Wein-, Obst- und Gartenbau in Krems durchgeführt. Die Bautypen für die Trockensteinmauern wurden nach den Gesichtspunkten Erosionsschutz, Standfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit, Ökologie, Ökonomie und Landschaftsbild vom Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung und dem Beratungsring für Wein-, Obst- und Gartenbau erstellt. "Wir setzen damit Mittel des Katastrophenfonds und unser Know-how für die Sicherung dieses einmaligen Weltkulturerbes ein", führte der für die Wildbach- und Lawinenverbauung zuständige Minister Molterer weiter aus.

Die Trockenmauern haben eine Reihe von unverzichtbaren Funktionen für die Region. Sie sind für den Erosionsschutz wertvoll. Sie schützen vor Bodenerosion, indem sie die Hanglängen verkürzen und die Hangneigung verringern. Allerdings sind sie selbst durch ihre Bauart sehr empfindlich gegen Wassererosion, wie nach dem Hochwasser zu sehen war. Das Ausbleiben einer Sanierung der rund 62.000 Quadratmeter Trockenmauern hätte massive negative Auswirkungen auf das charakteristische Landschaftsbild der Wachau. Ließe man die nunmehr beschädigten Mauern verfallen, so wären weitere Erosionsschäden die Folge. Die donaubegleitenden Verkehrswege wären auf einer Länge von 36 km murengefährdet.

Die vielfältige Landschaftsstruktur, die Kulturdenkmäler und kleinstädtischen Ensembles machen die Wachau zu einer historischen Kulturlandschaft von herausragendem Wert. Natürliche Landschaftsformationen und vom Menschen gestaltete Elemente (Weinbauterrassen, typische Ortschaften und Flurformen, Stifte, Burgen, Ruinen) ergänzen einander in harmonischer Weise. Die Wachau ist wegen ihres günstigen Klimas eine der bedeutendsten Weinbauregionen Österreichs, und der Weinbau in den Taleinhängen ist es, der die Landschaft seit Jahrhunderten prägt. Die Weinterrassen sind schmal und weisen geringe Böschungshöhen auf. Wirtschaftswege, gesäumt von Heckenstreifen gliedern die Hänge horizontal. Vertikal verlaufende Feldgehölze und verbuschte Gräben unterbrechen die strengen Terrassen und sind damit ebenso prägend für die Region Wachau als Weltkulturerbe, sagte Molterer abschließend.

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