"profil": "Keine gigantischen Preissenkungen" durch Stromlösung

Verbund-Chef Hans Haider spricht von "relativ geringen Synergien"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazin "profil" erklärt der Chef des Verbundkonzerns, Hans Haider, dass nicht mit "gigantischen Preissenkungen" aufgrund der Österreichischen Stromlösung rechne. Dazu seien die erwarteten Synergien zu gering .

Die Österreichische Stromlösung sieht vor, dass der Verbund mit Energieversorgern aus Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und dem Burgenland eine gemeinsame Handelsgesellschaft sowie einen gemeinsamen Großkundenvertrieb gründet. Haider rechnet damit, dass die Stromlösung per Juni startklar ist. Am 4. Februar soll die EU-Kommission entscheiden, ob der Zusammenschluss genehmigt oder ein kartellrechtliches Verfahren notwendig wird. Der Verbund-Chef rechnet mit einem verlängerten Verfahren.

Im "profil"-Interview betont Haider, die Konsumenten sollten bezüglich Verbilligungen "nicht allzu große Erwartungen" haben. Haider: "Es wäre unfair, Hoffnungen auf riesige Prozentsätze zu wecken, und dann spielt sich das im marginalen Bereich ab." Die Einsparungsmöglichkeiten durch die Österreich-Lösung hätten jedenfalls bloß "einen minimalen Anteil an den gesamten Energiekosten."

Zum Verkauf des 14-prozentigen Anteils des Verbundkonzerns am niederösterreichischen Energieversorger EVN meint Haider, der Verbund habe keinen Einfluss auf die Transaktion. Die Aktien sollen an die steirische Estag veräußert werden und angeblich in den Einflussbereich des französischen Atomstromkonzerns EdF gelangen. Haider zu der Kritik an dieser Transaktion: "Wieso sollten wir die EVN-Aktien behalten? Strategisch hat sich unser Engagement bei der EVN ja nicht ausgezahlt." Der Verkaufsauftrag an jene Investmentbank, bei der die EVN-Aktien geparkt sind, könne jedenfalls nicht zurückgezogen werden.

Der Verbund-Chef will um die Verlängerung seines Vorstandsvertrages, der Ende dieses Jahres ausläuft, ansuchen. Haider: "Der gesamte Verbund-Vorstand steht nochmals zur Verfügung."

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