Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Pension und Arbeitslosigkeit (von Manfred Posch)

Ausgabe 02.02.2003

Klagenfurt (OTS) - Was unterscheidet die SPÖ von der ÖVP? Rot hat ein möglichst ausgeglichenes Gesamtwohl im Auge, Schwarz setzt auf Gott und die Wirtschaft. Während Gott, den ja Nationalratspräsident Andreas Khol in der Verfassung fixieren möchte, als zwar wichtiger, jedoch abstrakter Faktor gilt, äußert sich globalisierende Wirtschaft zutiefst profan. Sie orientiert sich am Gewinn; und dann erst kommt der Mensch.

Vor diesem Hintergrund tun sich schwarzumrandeten, Ankündigungen zur sofortigen Abschaffung der vorzeitigen Alterspension auf. Die SPÖ stellt sich bekanntermaßen dagegen; Alfred Gusenbauer umreißt den Problemkreis im Rahmen seiner "Zwölf Initiativen für ein modernes Österreich". Eine der betrüblich-aktuellen Ausgangslagen: Schon jeder fünfte (!) Arbeitslose ist über 50 Jahre alt.

Die vorzeitige Alterspension schon 2004 zu streichen, hieße also, noch mehr Leute in die Arbeitslosigkeit zu treiben. Denn trotz aller Besänftigungsversuche wird die Wirtschaft keineswegs davon abgehen, ältere Bedienstete mit unverhüllter Ablehnung zu bedenken. Je heftiger das Arbeislosigkeits- und damit Pensionsproblem um sich greift, desto behutsamer sollte es angefasst werden. Harakiri-Ansätze a la VP mögen vielleicht ein paar Wählerstimmen bringen. An Humanität (und Vernunft) zielen sie indes glatt vorbei.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001