"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Schüssels stabile Regierung... (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 01.02.2003

Klagenfurt (OTS) - Österreich hat am 24. November 2002 gewählt. Warum? Weil Wolfgang Schüssel angesichts eines blauen Trümmerfeldes befand: "So kann nicht weiterregiert werden." Heute schreiben wir den 1. Feber 2003. Und just jener Schüssel, der unser Land ob einer handlungsunfähigen Regierung in Neuwahlen schickt, sucht mit der rhetorischen Zähheit eines Gummiseiles dem Wählervolk einzuflüstern:
"Wir haben keine Eile. Österreich hat eine stabile Regierung."

Nun, besagte stabile Regierung zieren drei Minister, die vor mitlerweile fast einem halben Jahr zurückgetreten sind. Einer von ihnen schnürt seiner steuerzahlenden Fangemeinde schon wieder emsig ein Sparpaket für die nächsten vier Jahre. Schüssels stabile Regierung hat aber mehr zu bieten als drei Minister, die es eigentlich nicht mehr gibt: seine stabile Regierung fußt auf einem Budget, das den Namen Provisorium trägt, weil es just ein solches ist. Doch auch das ist nicht alles: Schüssels stabile Regierung mahnt Reformen ein, um es selbst vorzuziehen, sich mit Rufen nach großen Würfen zu bescheiden.

Schüssels stabile Regierung hat einen Pluspunkt: Dem Wähler steht das Polittheater bis obenhin. Er hat genug. Hat das Taktieren des vom Mascherlträger zum Egotrip-Staatsmann konvertierten Kanzlers satt. Er wendet sich ab. Mit Schaudern. Und lässt der stabilen Regierung freie Hand...

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