Niederwieser zu Forschungsdach: Problematische Kehrwendung zu zentralistisch planwirtschaftlichem Top-down-Prinzip

Wien (SK) Es sei "demokratiepolitisch verwerflich, wie Gehrer hier Ministeramt und Parteifunktion vermischt", kritisiert SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ den präsentierten Vorschlag zur Neuordnung der österreichischen Forschungspolitik. Es handle sich um eine "problematische Kehrtwendung hin zu einem zentralistisch planwirtschaftlichem Top-down-Prinzip". Die SPÖ spreche sich sehr wohl für Reformen und einfache, schlanke Strukturen im Forschungssektor aus, allerdings habe "die Freiheit der Wissenschaft oberste Priorität", so der SPÖ-Wissenschaftssprecher zum Vorwurf der Industriellen-Vereinigung, sich gegen neue Konzepte zu verwehren. ****

Auf politischem Weg festzulegen, was und mit welchem finanziellen Aufwand geforscht werden solle, möge für die Industrieforschung durchaus sinnvoll sein, "europäische Überlegungen gehen aber in Richtung forcierter Grundlagenforschung, die auf dem Bottom-up-Prinzip beruht", gab Niederwieser zu bedenken. "Der Ansatz, dass Institute interessante Ideen an die Forschungsfonds herantragen und man diesen Projekten die Chance gibt, sich zu entwickeln, ist äußerst erfolgreich. Im Sinne der Autonomie muss dieses Prinzip für wissenschaftliche Forschung auch weiterhin gelten. Universitäre Einrichtungen sollten auch weiterhin Orte sein, wo überlegt wird, was die Gesellschaft braucht", bekräftigte Niederwieser.

Befremdlich findet Niederwieser die heutige Forderung der Industriellenvereinigung (IV) nach Abschaffung der "Ministerialbürokratie im Forschungsbereich". "Vor wenigen Wochen hat die IV noch zu Recht die Bestellung einer Frau als Forschungssektionschefin begrüßt, jetzt fordert sie die Auflösung der Sektion. Mit dem Begriff Ministerialbürokratie sind Namen äußerst engagierter und kompetenter BeamtInnen verbunden, die für den Forschungsaufwand nachweislich statistisch betrachtet mehr geleistet haben als die Industrie", so der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Auch die Tatsache, dass Frauen in der Industrieforschung nur mit einen Anteil von neun Prozent vertreten sind, verlange nach Antworten der IV, mit welchen Konzepten sie den Frauenanteil heben wolle. "Wenn die Prinzipien des Gendermainstreaming nicht eingehalten werden, soll es künftig keine öffentlichen Fördergelder mehr geben", forderte Niederwieser als Maßnahme. (Schluss) up/mm

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