Industrie begrüßt Bundesministerin Gehrers Konzept für neue Forschungsstruktur

Grundsätze der Reorganisation sind zukunftsweisend und mutig -Umsetzungsvorschläge der Expertengruppe müssen Europa-kompatibel sein und auch die Situation in den Bundesländern bedenken - Die "DFTI" darf keine Doppelstrukturen schaffen - Gegner des Konzepts sollen in der Umsetzung konstruktiv mitwirken

Wien (PDI) "Der von Bildungsministerin Gehrer gestern vorgelegte Vorschlag für eine ,Dachorganisation für Forschung, Technologie und Innovation' (DFTI) ist mutig, klug und konsequent", erklärte IV-Generalsekretär Dkfm. Lorenz Fritz. "Besonders freut es uns, dass die Politik so rasch den Vorschlag der beiden Spitzenmanager Albert Hochleitner und Claus J. Raidl aufgreift und einen Weg für die Umsetzung vorgibt. Nun bekommt der Rat für Forschung & Technologieentwicklung die Chance, seine Überlegungen aus dem von ihm im Dezember vorgelegten Nationalen Forschungs- und Innovationsplan umzusetzen. Die gezielte Ausrichtung auf den europäischen Forschungsraum ist unabdingbar und wird hier möglich - das führt uns zu einem für Österreich neuen, internationalen Denken und Arbeiten." Das Konzept sei vor allem deshalb revolutionär, weil in Zukunft die Aufbringung und Verwendung der Mittel ohne die Kameralistik erfolgen kann und weil die Abkehr von der Ministerialbürokratie geplant ist.

Stärkung des Rates bei Strukturreform ist positiv

Der Rat für Forschung & Technologieentwicklung als strategisches Beratungsorgan der Bundesregierung wird deutlich aufgewertet.
Es besteht jetzt endlich auch die Möglichkeit, die strategische Orientierung in der Umsetzung durchzusetzen. "Die wichtigen Initiativen der letzten Bundesregierung haben in diesem Bereich zwar erste Schritte gesetzt, die Struktur-reform wurde allerdings nur andiskutiert. Schließlich sind Kreativität und Reformbereitschaft in diesem Bereich wegen der Wahlen vorübergehend verebbt.
Dem Bundeskanzler wird bei der Umsetzung des Konzepts eine Schlüsselrolle zukommen. Wir begrüßen sehr, dass der Herr Bundeskanzler Technologiepolitik zur Chefsache gemacht hat", so Fritz.

"Innovationskür" macht weitere Maßnahmen nötig

Das Aufgreifen der IV-Idee einer Nationalstiftung im Konzept bewertet die Industrie natur-gemäß positiv: "Die Unternehmen brauchen diese mittelfristige finanzielle Planungssicher-heit ebenso dringend wie die angekündigten kürzeren Diskussions- und Entscheidungsphasen. Kurzfristig ist allerdings eine Sonderdotierung des FFF nötig, damit in den nächsten drei Monaten die zugesagten Förderungen ausgeschüttet werden können", bekräftigte Dr. Gerhard Riemer, Bereichsleiter Bildung, Innovation und Forschung der IV.

Die von der Industrie mittlerweile geforderte "Innovationskür" ist ohne Strukturanpassungen nicht möglich. Derzeit behindern zersplitterte Forschungs- und Förderstrukturen, geringe Effizienz, zu geringe Abstimmung von Strategien gegenüber der EU und viele weitere Probleme einen Aufschwung in der österreichischen Forschung.
Im Gegenteil: Österreich liegt nach dem aktuellen Innovationsanzeiger der EU-Kommission nur noch an 10. Stelle der 15 Mitgliedstaaten und liegt in einigen Indikatoren bereits hinter den erfolgreichsten Beitrittskandidatenländern zurück.

Herausforderungen für die Expertengruppe: Europa und Einbindung der Bundesländer-Initiativen

Die Expertengruppe, die nun Umsetzungsvorschläge für das Konzept der DFTI ausarbeitet, soll sich sehr konkret mit drei Schnittstellen befassen:
1. Die klare Ausrichtung der österreichischen Forschungslandschaft auf europäische Forschungskooperationen gewährleisten,
2. die Kompatibilität zwischen Innovationsförderung des Bundes und den Initiativen der Länder ins Auge fassen und
3. die DFTI muss tatsächlich die Ministerialbürokratie im Forschungsbereich ersetzen, sonst werden Doppelstrukturen geschaffen. "Nur wenn man von Anfang an die gesamteuropäische Situation denkt, ist sichergestellt, dass sich die DFTI in der Praxis bewährt. Diese neue Struktur muss so angedacht werden, dass sie nicht nur österreich-fit, sondern europa-fit ist. Die anderen Staaten investieren derzeit massiv in Forschung und Innovation - der Wettbewerb wird härter", erläuterte Fritz.

Zur bereits veröffentlichten Kritik an dem Vorschlag für die Dachorganisation betonte Fritz: "Auch die Gegner des Konzepts sind jetzt aufgerufen, konstruktiv am Diskussionsprozess über die Neustrukturierung der Forschungsförderungslandschaft mitzuarbeiten. Das Thema ist für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes, für Beschäftigung und Wohlstand zu wichtig, als dass es im Vorfeld einer Regierungsbildung verwässert wird."

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