Journalistenpräsident Bauer: "Kollektivvertrag muss für alle gelten"

Journalisten-Betriebsräte protestieren gegen Verschlechterungen bei der APA

Wien (ÖGB/Journalistengewerkschaft). Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt die Journalistengewerkschaft die Vorgänge in der Austria Presseagentur (APA). Bereits Ende 2001 hatte es dort Versuche gegeben, den Journalisten-Kollektivvertrag in einzelnen Punkten zu unterlaufen, was aber nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Intervention der Gewerkschaft verhindert werden konnte. In jüngster Zeit wurde wieder ein Fall bekannt, in dem ein Dienstvertrag angeboten wurde, der ausdrücklich einige Punkte des Journalisten-Kollektivvertrages außer Kraft gesetzt hätte, darunter die jährliche Gehaltsanpassung laut Tarifvertrag und den Urlaubsparagraphen.++++

Im Rahmen einer von der Journalistengewerkschaft für gestern, Donnerstag, einberufenen BetriebsrätInnenkonferenz wurde das Thema APA diskutiert. Die BetriebsrätInnen fassten mehrheitlich folgende Resolution:

"Die Vorgänge innerhalb der Austria Presseagentur erfüllen die unterzeichneten Betriebsräte mit große Sorge. Es ist ungerecht und nicht zu akzeptieren, dass den Kolleginnen und Kollegen der APA, die in einem ebenso schwierigeren und stressbelasteten Umfeld arbeiten müssen, schlechtere Vertragsbedingungen zugemutet werden als den Kolleginnen und Kollegen in den Tageszeitungen. Wir protestieren gegen diese Verschlechterung und erklären unsere volle Solidarität mit Betriebsrat und Redaktion der APA."

Die Journalistengewerkschaft ist jedenfalls alarmiert: "Für die Gewerkschaft ist es inakzeptabel, dass ein Unternehmen versucht, die momentan angespannte Lage auf dem journalistischen Arbeitsmarkt zu nutzen, um sich durch Druck auf einzelne KollegInnen aus dem Kollektivvertrag zu verabschieden. Ein Kollektivvertrag muss ohne Ausnahme für alle gelten", erklärte Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft.

Die Gewerkschaft sieht in dem Versuch der APA-Geschäftsführung überdies einen Verstoß gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, da der Kollektivvertrag auch für die APA-Genossenschafter (in erster Linie die Tageszeitungsunternehmen) gilt. (ew)

ÖGB, 31. Jänner 2003
Nr. 053

Rückfragen & Kontakt:

Journalistengewerkschaft
Franz C. Bauer, 0676/59 13 133

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0004