Frais: Schutzmaßnahmen sind konsequent zu erneuern

Hochwasser: Landtag sucht gemeinsam mit Experten optimale Vorsorge-maßnahmen

Bei der Nachbearbeitung der Hochwasserkatastrophe im August 2002 hat sich der über SP-Antrag eigens dafür eingerichtete Unterausschuss "Vorsorgen gegen Hochwasser" die Unter-stützung namhafter Experten, wie Frau Dr. Helga Kromp-Kolb, Universitätsprofessorin am Institut für Meteorologie und Physik der BoKu Wien, Herr DI Günther Reichelt von der Firma SCIETEC und Herr Dr. Michael Staudinger vom ZAMG (Zentrale Anstalt für Meteorologie und Geodynamik), gesichert. "Mit Hilfe dieser Experten wurden in der jüngsten Unteraus-schusssitzung Vorbeugemaßnahmen und Frühwarnsysteme für den Katastrophenfall analysiert. Eine Extremsituation wie im letzten Sommer wird man nach Expertenmeinung zwar nie endgültig verhindern können, aber es gilt zugunsten der Bevölkerung sämtliche Möglichkeiten zu nutzen, um die Auswirkungen solcher Katastrophen zu verringern. Jedenfalls sind die Prognose- und Frühwarnsysteme und deren Koordination deutlich zu verbessern," so der Un-terausschussvorsitzende Frais.

Frau Dr. Kromp-Kolb plädierte dafür, dem Wasser ausreichend Raum zu geben und Über-schwemmungsgebiete nicht zu bebauen. Neben dem allgemeinen Klimawandel, dem es mit konsequenten Klimaschutzmaßnahmen gegenzusteuern gilt, sind es vor allem die menschlichen Veränderungen der Flussverläufe und der Grundwasserpegel, deren Folgen kaum absehbar sind. Sicher ist sich die Professorin, dass Extremereignisse in Zukunft häufiger auftreten werden.
Herr DI Reichelt wies darauf hin, dass vor allem im Bereich der kleineren Flüsse noch viel Nachholbedarf bei der Hochwasservorsorge gegeben ist. Mit geeigneten Computersimulationen könnten die geplanten Hochwasservorsorgeprojekte auf ihre Effektivität getestet und somit optimiert werden. Entscheidend für das Handeln im Ernstfall ist die umfassende Koordination von Notfallplänen und ein funktionierendes Frühwarnsystem, um Schäden gering zu halten.
Herr Dr. Staudinger informierte, dass Modelle von Daten leben und präzise Daten nicht immer rechtzeitig verfügbar sind. So gibt es im Atlantikbereich noch relativ wenige Messstationen, obwohl die dortigen meteorologischen Phänomene in 1 Q 2 Tagen über Österreich wet-terwirksam sein können. Die Auswirkungen des Klimawandels können regional sehr unter-schiedlich sein, so ist der Alpenraum von den Temperatursteigerungen stärker betroffen als die Ebenen. Hilfreich für die frühzeitige Erkennung von bevorstehenden Katastrophen ist die internationale Vernetzung der meteorologischen Institute und die rasche Datenübermittlung an die koordinierenden Informationsstellen.

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