Februar: 2.200 Unfälle pro Tag - Kinder besonders gefährdet

Die Semesterferien stehen vor der Tür und damit auch der Höhepunkt der Wintersaison. Die Zahl der Unfälle wird sich gegenüber Jänner nochmals um 400 auf 2.200 pro Tag erhöhen.

Wien (OTS) - Das Institut "Sicher Leben" prognostiziert für
Februar rund 62.000 Freizeitunfälle. Rund die Hälfte (30.000) ereignen sich beim Sport. Beim Wintersport sind Kinder besonders gefährdet: 32 Prozent aller Wintersportverletzungen betreffen Kinder (bis 15 Jahre). Besonders beunruhigend: 12 Prozent der Sportverletzungen von Kindern sind Kopfverletzungen.

"Primär ist die hohe Zahl der Verletzungen auf die große Zahl der Wintersportbegeisterten zurückzuführen. Mehr als 2,5 Millionen Skifahrer und Snowboarder werden sich im Februar auf den Pisten tummeln. An sich ist das Skifahren nicht extrem gefährlich, aber mit einfachen Vorkehrungen kann es viel sicherer gemacht werden", sagt Dr. Rupert Kisser, der Leiter des Instituts "Sicher Leben".

12.000 Knochenbrüche durch Sportausübung
12.000 Knochenbrüche entsprechen etwa 25 Tonnen Gips in einem Monat. Bildhaft stellt man sich das am besten so vor: Eine österreichische Stadt - wie zum Beispiel Eisenstadt - liegt im Gips.

Skibindung einstellen nicht vergessen!
Vor allem bei den Kindern ist eine ordentliche Ausrüstung wichtig:
Ski und Skischuhe müssen in Ordnung sein, müssen passen und auf Größe, Gewicht und Können des Kindes sorgfältig abgestimmt sein. "Gerade bei Kindern wird oft gespart. Da werden Erbstücke mit stumpfen Kanten und falscher Größe eingesetzt, zu große Skischuhe mit mehreren Socken ausgepolstert und die Funktionsweise der Bindung schon gar nicht mit einem geeichten Gerät geprüft. Bevor man Kindern ein dubioses Sportgerät zumutet, soll man es lieber ausleihen", meint Kisser. Tatsächlich erleiden mehr Kinder Unterschenkelbrüche als Erwachsene - eine Verletzungsart, die bei ordentlich gewarteten Bindungen kaum vorkommen dürfte.

Die Bindungsüberprüfung ist natürlich auch für Erwachsene wichtig. Beim Check mit einem geeichten Prüfgerät gibt es im Sportfachhandel das goldene Prüfzeichen. Schätzungsweise 20 Prozent der Skiverletzungen könnten dadurch gespart werden.

Pistenregeln
Auch Kinder sollen die grundlegenden Pistenregeln kennen: z.B. Hinaufschauen vor dem Wegfahren, kein Verweilen an Engstellen, Vorrang für den Langsameren, Abstand halten, unterhalb von Gruppen abschwingen. "Hierfür tragen Eltern die Verantwortung", so Kisser. Für alle, die sich nicht sicher sind, ob sie die "Straßenverkehrsordnung auf den Pisten" kennen, gibt es Minibroschüren bei den Seilbahnen, im Sportfachhandel, bei den Skischulen und beim Institut "Sicher Leben".

Pausen
Kinder ermüden rascher als Erwachsene und brauchen mehr Pausen und vor allem auch Gelegenheit zum Spielen. Das Mithalten bei einem üblichen Skitag der Erwachsenen überfordert vor allem kleinere Kinder. Auf deren Bedürfnisse ist unbedingt Rücksicht zu nehmen, denn Ermüdung und Überforderung sind eine der Hauptunfallursachen. Leistungsstress auf der Piste verdirbt Kindern das Vergnügen und führt zu vermehrten Unfällen. Prüfen Sie die Angebote von Skikindergärten und Skischulen!

Helm auf - gut drauf!
Egal welche Sportart man sein Kind in den Semesterferien ausüben lässt, ein Schutzhelm ist immer ein guter Tipp. Folgende Punkte sind dabei zu beachten: Optimalen Schutz bieten Hartplastikhelme. Die richtige Passform ist ausschlaggebend: Der Helm darf nicht drücken, aber auch nicht wackeln. Riemen straffen - nie mit offenem Helm fahren! Keine Mütze unter dem Helm anziehen - er schützt automatisch gegen Wind und Kälte. Wem der Kauf zu teuer ist, der kann Kinderskihelme kostengünstig - manchmal sogar gratis - ausborgen. Weitere Tipps zum Thema Helm findet man im Folder "Helm auf - gut drauf" des Instituts "Sicher Leben".

Rodeln
Besonders schwere Verletzungen gibt es immer wieder beim Rodeln -eine Sportart die Kinder zu Recht lieben. Die Verantwortung wo gerodelt wird, liegt bei den Erwachsenen. Kinder nur dort rodeln lassen, wo es nicht zu steil ist und wo es einen flachen Auslauf gibt, am besten auf dafür vorgesehenen Rodelbahnen oder Hängen -keinesfalls auf normalen Straßen, auf der Schipiste oder auf Gehwegen! Plastikbobs sind für Kinder leichter steuerbar als die schweren klassischen Holzrodeln. Niemals mit dem Kopf voran rodeln. Vermeiden Sie unbedingt aufblasbare Rodeln, da diese praktisch nicht steuerbar sind.

Die Broschüren "Helm auf - gut drauf" und "Safer Snow" können auch beim Institut "Sicher Leben" bestellt werden: E-Mail:
renate.zorn@sicherleben.at oder Tel. (01) 715 6644-313.

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225
Dr. Rupert Kisser
Tel.: 0664-5345369.

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