Werbeverkaufsfahrten: Gesetzgeber muss tätig werden!

AKNÖ-Konsumentenschützer und Kripo St. Pölten handeln, Dutzende Konsumenten bekamen bereits ihr Geld zurück!

Wien (AKNÖ) – Die Methoden von ausländischen Unternehmen, die auf unseriöse Weise ihre dubiosen Produkte in Österreich unter die Leute bringen, werden immer dreister. Zehntausende Konsumenten in Österreich – vorwiegend ältere ArbeitnehmerInnen oder PensionistInnen – wurden von den findigen Geschäftemachern bereits um ihr Geld gebracht. Die Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ), die schon seit Jahren vor diesen Werberverkaufsveranstaltungen warnen und schon ebenso lange den Gesetzgeber empfehlen, endlich tätig zu werden, wollen nicht mehr zusehen, sondern setzen sich direkt vor Ort für die getäuschten Konsumenten ein.

Schlag auf Schlag "Jetzt geht’s Schlag auf Schlag", gibt sich Günther La Garde, AKNÖ-Konsumentenschutzexperte kämpferisch. "Gerade jetzt ist wieder ein AK-Mitarbeiter gemeinsam mit der Kripo St. Pölten und der zuständigen Gewerbebehörde auf dem Weg zu einer weiteren Veranstaltung. Wenn schon nicht der zuständige Konsumentenschutzminister tätig wird, dann wollen wenigstens wir vor Ort für die Menschen da sein. Dank der guten Zusammenarbeit mit Oberstleutnant Alfred Schüller, Werner Gschwandtner und Anna Tanzibudek-Dachsberger von der Kripo St. Pölten konnten wir schon am Mittwoch eine Veranstaltung sprengen." Bei dieser Veranstaltung wurden Verbrauchern eine bunte Produktpalette angeboten: 23 Produkte, darunter ein Waschmittel, ein schnurloses Dampfbügeleisen (statt 139 um 29 Euro), eine Antifaltencreme und die bei derartigen Veranstaltungen schon obligate Co Enzym Q10 Kurpackung um 995 Euro (Im Handel gibt es diese Kur noch um ein Vielfaches billiger) . Die Leute kauften wie wild. Für die erstandenen Produkte gab es keine Rechnung(!) Dazu La Garde: "Das Geld wird an der Finanzbehörde vorbeigeschwindelt. Den Menschen wird das Geld aus der Tasche gezogen und die Nahversorger in den Gemeinden schauen durch die Finger. Außerdem gibt es keinerlei Hinweis auf die Qualität und es gibt auch keine Umtauschmöglichkeit. Wenn ich zu Hause feststelle, dass das Produkt nichts taugt, wo soll ich es denn zurückgeben!" Eine Problematik, mit der die AK-Experten schon seit Jahren immer wieder konfrontiert werden. Aus zahlreichen Gesprächen wissen sie, dass viele Verbraucher nur etwas bei diesen Veranstaltungen kaufen, weil die bestens psychologisch geschulten Trainer, sie derartig einlullen oder weil sie nach endlos langem Eingesperrtsein so schnell wie möglich an die frische Luft wollen. Wenn auch keine Umtauschmöglichkeit gegeben ist, ein Rücktritt ist allemal möglich. § 3 des Konsumentenschutzgesetzes besagt nämlich, dass man bei Werbeverkaufsveranstaltungen innerhalb einer Woche Gelegenheit hat, von dem Kauf zurückzutreten. Der anwesende AKNÖ-Mitarbeiter informierte die Anwesenden von dieser Möglichkeit und siehe da – fast alle verlangte ihr Geld zurück.

Kurpfuscherei, Abgabenhinterziehung und Sachwucher Laut Aussage von Oberstleutnant Schüller haben die Verantwortlichen mit dem Verkauf ihrer Produkte eventuell einen Verstoß gegen die österreichischen Einfuhrbestimmungen begangen. Weiters wird gegen sie wegen Sachwucher (wenn man den Leichtsinn oder die Unerfahrenheit von jemandem ausnutzt, dann macht man sich des Sachwuchers schuldig), wegen Kurpfuscherei und wegen Abgabenhinterziehung ermittelt. Diese Rechtsmeinung deckt sich auch mit der der AKNÖ-Konsumentenschützer. Grund genug tätig zu werden, die AKNÖ-Konsumentenschützer werden sich weiter für die Rechte der Konsumenten einsetzen. Und AKNÖ-Präsident Josef Staudinger fordert: "Jetzt ist es wirklich an der Zeit, dass der Gesetzgeber tätig wird. Ich fordere daher die zuständigen Verantwortlichen auf, unserer jahrelangen Forderung nach einem Verbot gegen diese Verkaufsveranstaltungen endlich Rechnung zu tragen!"

Abschließend richtet La Garde ein Aufruf an die Konsumenten: "Wenn Sie eine Einladung zu einer Werbeverkaufsveranstaltung erhalten, dann informieren Sie uns. Gemeinsam mit der Kriminalpolizei werden wir rigoros gegen diese gewieften Geschäftemacher vorgehen, die nicht nur den Konsumenten, sondern auch den österreichischen Staat schädigen!"

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