Gratisstadtrad Neu: Für Grüne sind wesentliche Fragen noch ungeklärt!

Vassilakou: "Finanzierung des Systems und Beitrag der Stadt muss transparent gemacht werden!"

Wien (Grüne) - Die GRÜNEN unterstützen auch nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Stadt Wien und dem Verein Viennabike Anfang Dezember die Idee eines Gratisstadtrades für Wien. Bei der aktuellen Entscheidung von Stadtrat Schicker bleiben jedoch wesentliche Fragen offen, - auch nach der Empfehlung der Expertenkommission, in die die Grünen nicht eingebunden waren.

- Das Finanzierungskonzept der gewista ist unklar und wenig transparent. Wenn der Betreiber auf eine Subvention der Stadt Wien verzichtet, muss transparent gemacht werden, woher die gewista die Mittel bezieht. Denn eines darf aus Sicht der GRÜNEN nicht passieren:
Dass zwar auf den ersten Blick keine direkte finanzielle Unterstützung durch die Stadt notwendig ist, der entsprechende Aufwand jedoch über erhöhte Werbeeinschaltungen der Stadt Wien abgegolten wird. Die GRÜNEN fordern hier maximale Transparenz und eine Offenlegung des tatsächlichen Einnahmenbedarfs der Projektbetreiber. Zudem ist zu klären, welche Kosten durch die von der gewista geforderte Unterstützung für die Standorterrichtung der technischen Infrastruktur entstehen.

- Es ist vom Projektbetreiber sicherzustellen, dass auch jene Menschen, die keine Bankomat- oder Kreditkarte besitzen, über eine leicht erhältliche Chipkarte Möglichkeit haben, vom Gratisfahrrad-Projekt zu profitieren.

- Zu klären ist, ob eine derart geringe Anzahl an Standorten in der Startphase nicht dem Projekt insgesamt schadet. Denn wenig Standorte bedeuten auch wenig eingesetzte Fahrräder, und bei entsprechendem Nutzungsinteresse der WienerInnen auch ständig leere Terminals. Zudem ist das technische System nach Angaben der gewista nicht praxiserprobt.

- Die GRÜNEN fordern weiters, dass der Zeitraum für die kostenlose Nutzung deutlich verlängert werden muss. Maria Vassilakou, Stadträtin der GRÜNEN dazu: "Wenn ich ein Gratisfahrrad anbiete, das nur eine Stunde an wenigen Terminals bei U-Bahn Stationen kostenlos zu benutzen ist, muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob der Nutzer nicht gleich die U-Bahn benutzen wird wollen"

- Die präsentierte Lösung geht nicht auf die bisherigen Investitionen durch Viennabike ein. Es ist im Sinne der Mittelverwendung zielführend, eine Kooperation mit dem bisherigen Viennabike Betreiber anzustreben (z.B. Fahrräder und Bügel), um Projektkosten einzusparen.

Da alle Betreiber-InteressentInnen am Gratisstadtrat nur knapp zwei Wochen Zeit hatten, bis zum Hearing ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten, ist für die GRÜNEN klar, dass ein potentes Unternehmen im Einflussgebiet der Stadt Wien bessere Karten hatte als kleinere Unternehmungen. Eine längere und ausführlichere Abwicklung der Betreibersuche wäre jedenfalls im Sinne der Fairness zielführend gewesen. Die GRÜNEN haben kritisiert, dass, obwohl von Stadtrat Schicker schon am 9.12.02 bekannt gegeben wurde, nicht mehr mit dem Verein Viennabike weiterarbeiten zu wollen, nicht sofort eine öffentliche Ausschreibung mit klaren Vorgaben und Kriterien erfolgt ist.

Vassilakou: "Wir werden jedenfalls in den nächsten Wochen massiv auf Verbesserungen und eine transparente Vorgangsweise drängen; ansonsten wird die Abwicklung dieses Projekts kaum unsere Unterstützung finden."

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