Vana: Handel braucht bessere Arbeitsverhältnisse statt längere Öffnungszeiten

Wien (Grüne) - Wiener Grüne kritisieren den gewerkschaftlichen Vorstoß für längere Öffnungszeiten

Der überraschende Vorstoß der Gewerkschaft, eine
Lanze für die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten zu brechen, stößt bei den Wiener Grünen auf Unverständnis. "Das kommt einem Kniefall vor Wirtschaftsminister Bartenstein gleich", so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Wiener Grünen, Monika Vana, anlässlich der Äußerungen des Gewerkschafters Erich Reichelt in der gestrigen Ausgabe der "Presse".

Der Großteil der Handelsangestellten sind Frauen. "Auf ihre Kosten wollen sich anscheinend die männlichen Gewerkschafter mit ihrem Angebot an die Wirtschaft ein "modernes" wirtschaftsliberales Leiberl überstreifen. Es ist scheinheilig und zynisch von Reichelt, den Sonntag zum Familientag auszurufen und den Rest der Woche die Zeitstruktur der Arbeitswelt wüten zu lassen", kritisiert Vana.

Die Wiener Grünen sprechen sich massiv gegen eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten aus. "Längere Einkaufszeiten bedeuten eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Arbeitsverhältnisse zum Nachteil der Handelsangestellten. Schon jetzt herrschen im Handel Niedrigstlöhne, ungesicherte Arbeitsverhältnisse, skurrile Teilzeitregelungen und versteckte Arbeit auf Abruf vor. ArbeitnehmerInnen sind enormem Stress ausgesetzt. Es gibt Fälle, in denen sich Frauen aus Angst vor Kündigung nicht trauen, zum Arzt zu gehen", so Vana. "In einigen Handelsketten ist der vorgeschriebene Pausenraum zu einem Lager umfunktioniert. Die MitarbeiterInnen haben keinen Platz mehr, ihre ihnen rechtlich zustehenden Pausen an einem adäquaten Ort abzuhalten. Akuter Handlungsbedarf im Handel
herrscht bei den Arbeitsbedingungen, nicht bei der Ausweitung der Dienstzeiten".

Den Wünschen von Finanzstadtrat Rieder und der zuletzt wohlwollenden Haltung von Bürgermeister Häupl zur Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten in Tourismuszonen erteilt Vana eine Absage. "Längere Ladenöffnungszeiten, auch wenn die Betriebszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln und sozialen Versorgungseinrichtung wie zum Beispiel Kinderbetreuungseinrichtungen annähernd angepasst werden, halte ich angesichts der prekären Arbeitsverhältnisse im Handels- und Dienstleistungsbereich für eine arbeitsmarktpolitische Fehlentwicklung. Von längeren Ladenöffnungszeiten profitieren hauptsächlich die großen Multis und Handelsketten, während sich kleinere und Mittelbetriebe in ihrem Wunsch nach Liberalisierung seit geraumer Zeit in vornehmer Zurückhaltung üben".

"Wir Grüne bleiben dabei: Keine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten, keine Sonn- und Feiertagsarbeit, dafür aktive Politik für ArbeitnehmerInneninteressen, höhere Löhne und lebenswerte Arbeitsbedingungen," so Vana abschließend.

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