SUPer NOW ist keine Empfehlung für Lobauquerung

Umweltorganisationen gegen Uminterpretation durch die Stadt Wien

Wien (OTS) – Die Lobauautobahn darf nicht gebaut werden – auch nicht, wenn sich das der zuständige Wiener Beamte so wünscht! Zeitgleich mit der gestrigen Pressekonferenz des ÖKOBÜROs zur Strategischen Umweltprüfung für Floridsdorf und Donaustadt hat sich auch der Projektleiter Karl Glotter von der MA 18 zu Wort gemeldet. Glotter behauptet, dass die SUP die 6. Donauquerung im Bereich Ölhafen und eine Querung der Lobau an der kürzesten Stelle empfohlen habe. Die ÖKOBÜRO-Organisationen GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF widersprechen dieser Darstellung heftig.

"Nach dem ursprünglichen Plan hätte das so genannte OPTI-NOW-Szenario als Konsens im Abschlusspapier der SUPer NOW verankert werden sollen. Diese Variante sieht eine Umfahrung der Lobau ohne Untertunnelung und ohne Ausbau der Raffineriestrasse vor", erklärt Fritz Kroiss, Geschäftsführer im ÖKOBÜRO. "Eine Einigung war aber nicht möglich. Daher wurde das Ergebnis insofern aufgeweicht, als lediglich ein Korridor definiert wurde, innerhalb dessen – nach weitergehenden Untersuchungen – eine Donauquerung erfolgen könnte. Eine Empfehlung zugunsten einer Lobauquerung gibt es in der SUPer NOW sicher nicht", so Kroiss weiter.

Die Umweltorganisationen, darunter GLOBAL 2000, Greenpeace und
der
WWF, bedauern, dass das an sich begrüßenswerte Instrument SUP auf diese Weise missbraucht und in Misskredit gebracht wird. "Diese SUP wird so zur Augenauswischerei. Wir lehnen einen Autobahnring mit Donauquerung rund um Wien ab und verwehren uns gegen die jetzige Vereinnahmung durch die Stadt Wien", ist Heinz Högelsberger von GLOBAL 2000 mehr als verärgert.

"Umweltorganisationen werden – nicht zuletzt aufgrund entsprechender
Vorgaben in EU-Richtlinien – immer stärker in umweltrelevante Entscheidungsprozesse eingebunden. Als Zeugen für Alibihandlungen stehen wir aber nicht zur Verfügung", sagt Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace.

Die Umweltorganisationen haben Bürgermeister Häupl bereits per
Fax
um eine rasche Aussprache gebeten. "Jetzt muss sich die Politik einschalten und die verfahrene Situation klären. Wir erwarten von Bürgermeister Häupl ein klares Bekenntnis zu einer zukunftsweisenden Verkehrspolitik", so Stefan Moidl vom WWF. "Der jüngste Umweltbericht der Stadt Wien sagt ganz klar, dass der Verkehrssektor ein Problembereich ist. Das Ergebnis der SUPer NOW muss in den offen gebliebenen Punkten verfeinert werden, um eine Wende in der Verkehrs-und Klimapolitik einzuleiten. In der SUPer NOW ist dafür keine Zeit mehr gewesen. Das muss jetzt rasch nachgeholt werden", so Moidl abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Axel Grunt,
Pressesprecher Greenpeace,
tel.: 01-5454580-33 od. 0664-2407075
Susanne Grof,
Pressesprecherin WWF,
tel.: 488 17-249
Andreas Baur,
Pressesprecher GLOBAL 2000,
tel.: 0664-103 24 23

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