Worm hat "Bedenken über die Wirksamkeit des politischen Journalismus"

Wien (SK) Alfred Worm, Herausgeber des Nachrichtenmagazins "News", zeigte sich am Donnerstag nachdenklich über die Verfassung des politischen Journalismus in Österreich. Im Rahmen der derzeit stattfindenden "Journalist Lectures" in der Zukunftswerkstatt sagte Worm, die Berichterstattung des ORF erinnere ihn an "Breschnewsche-Zustände". Lediglich der unabhängige "investigative Journalismus" des "profil" in seinen ersten Jahren könne tatsächlich als erfolgreich bezeichnet werden. ****

Worm vermisse "journalistische Erregung" über das anhaltende Ausbleiben einer neuen Regierung. Die aktuelle innenpolitische Berichterstattung begnüge sich mit "Koalitionsmutmaßungen", wobei außer Acht gelassen werde, dass sich zwar die Mandatsverteilung im Plenarsaal verändert hat, die Regierung dennoch die selbe geblieben ist. Selbst die im September zurückgetretenen FPÖ-Minister Karl-Heinz Grasser, Susanne Riess-Passer und Mathias Reichhold würden noch "weiterhin agieren, als wäre nichts geschehen". Der derzeitige Umgang zwischen der ÖVP und der FPÖ bringe die Variante einer Minderheitsregierung wieder ins Spiel, analysierte Worm -außer in einigen Glossen werde Ähnliches nicht ausreichend thematisiert.

Nur wenige österreichische PolitikerInnen hätten es verstanden, den politischen Journalismus als Kommunikationskanal zu nutzen, unter ihnen Bruno Kreisky. Er sei der erste Politiker in Österreich gewesen, der erkannt habe, dass "Journalismus Kommunikation bedeutet, auf gleichrangiger Ebene". Obwohl Österreich eine Renaissance der "investigativen" Berichterstattung benötige, erkannte Worm nur ihren "stetigen Niedergang". Den innenpolitischen Analysen eines Werner Mück in der "Zeit im Bild" fehle lediglich das Breschnew Bild im Hintergrund, so Worm.

Dem oft erhobenen Vorwurf, erst die Medien hätten Jörg Haider seine Dimension gegeben, hält Worm dessen Charisma entgegen. Haider sei nun mal ein charismatisches Medientalent, der sich gekonnt am Journalismus bedient habe. Ein Verschweigen dieses "Phänomens" wäre einer Verzerrung der Wirklichkeit gleichgekommen - so sei der Erfolg des Jörg Haider "ein Erfolg des politischen Journalismus". Ähnlich wie Haider sei auch Bischof Kurt Krenn eine Persönlichkeit, die immer wieder durch "böse Ansichten" auffalle, dennoch wüsste dieser genau, dass "Kommunikation die beste Darstellungsform für seinen Zweck" sei, schloss Worm. (Schluss) ei

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