"Ferdinand der Erste" im Stadt- und Landesarchiv

Wien (OTS) - Das Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt vom 5.
Februar bis 30. Mai im Ausstellungsfoyer im Gasometer die Ausstellung "Ferdinand I. (1503 - 1564) - eine Kaiser an der Wende zur Neuzeit" Die Schau zeichnet ein Bild des Habsburgers, der in einer Zeit großer politischer und gesellschaftlicher Erschütterungen lebte und durch seine gegen Lebensende häufigen und langen Aufenthalte in Wien den Grundstock zur Residenzstadt legte. Das Schweizertor in der Hofburg ist eines der wenigen architektonischen Zeugnisse aus der Zeit Ferdinands, die bis heute erhalten sind. Die Ausstellung im Archiv ist bei freiem Eintritt Montag und Freitag von 9 bis 15 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Eine Ausstellungsbroschüre ist im Benützersaal des Archivs kostenlos erhältlich.****

Die Ausstellung nimmt den fünfhundersten Geburtstag Kaiser Ferdinands des Ersten zum Anlass, sich neuerlich mit dem 16. Jahrhundert und seiner historischen Bedeutung zu befassen. Ferdinand, der im Allgemeinen nicht so fest im kollektiven Gedächtnis der Österreicher verhaftet ist, wie etwa Maximilian I. oder Maria Theresia, wurde als jüngerer Sohn und viertes von insgesamt sechs Kindern Philipps von Burgund und der Thronerbin der spanischen Königreiche Aragon und Kastilien Johanna am 10. März 1503 geboren. Er wurde auf Grund einer klugen Heiratspolitik seiner Großeltern und einiger unvorhersehbarer Todesfälle nicht nur Erbe der habsburgischen Länder in Mitteleuropa, sondern auch König von Böhmen und Ungarn. Durch die Abdankung seines Bruders Karl V., der die Erbfolge in Spanien angetreten hatte und als Erstgeborener auch Kaiser wurde, trat Ferdinand 1558 nach Wahl durch die Kurfürsten die Nachfolge im Kaisertum an. Seine Lebenszeit war gekennzeichnet von den großen Erschütterungen der Epoche - Reformation, Bauernkriege, Entdeckungen, Kämpfe gegen die Türken - auch direkt vor Wien - und an der Seite seines Bruders gegen Frankreich.

Die Beziehung der Wiener zu den habsburgischen Landesherren war im späten 15. Jahrhundert und im beginnenden 16. Jahrhundert gespannt und setzte sich als solche auch in den ersten Regierungsjahren Ferdinands fort. Mit der sogenannten "Stadtordnung" fasste er die bisher gültige Rechtssituation zusammen und stellte sie auf eine moderne Basis. Gegen Ende seines Lebens hielt er sich immer häufiger und länger in Wien auf, womit er den Grundstock zur Residenzstadt legte. Das Stadtbild war durch die Präsenz der Hofbehörden und durch die äußere Bedrohung durch die Türken geprägt. Heute sind nur mehr wenige sichtbare Zeugnisse der Zeit Ferdinands, allen voran das Schweizertor, im Stadtbild erhalten geblieben.

Als Ferdinand der Erste im Jahr 1954 starb, war die Welt eine andere geworden als jene, in die er 1503 hineingeboren wurde. Gerade die erste Hälfte dieses Jahrhunderts brachte enorme Neuerungen und Weichenstellungen für die zukünftige Epoche, was auch die Ausstellung von Ferdinand I. belegt.

Anfragen und Auskünfte Zur Ausstellung bei der Leitung des Ausstellungsreferates: SR Dr. Helmut Kretschmer, Tel. und Fax :
4000/84831, e-mail: kre@m08.magwien.gv.at.

Allgemeine Informationen:

o Stadt- und Landesarchiv: http://www.wien.gv.at/ma08/

(Schluss) gab/vo

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Martin Gabriel
Tel.: 4000/81 842
gab@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0003