"Neues Volksblatt" Kommentar: "Tabu" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 31. Jänner 2003

Linz (OTS) - =

Noch vor den Nationalratswahlen hat die
Bundesregierung die Bestimmungen für die Ambulanzgebühr gelockert. Die Ausnahmeregelungen sind erweitert worden. Der Effekt: Nicht weniger als 97 Prozent der Ambulanzgebühren seien nach den neuen Ausnahmeregelungen nicht zu entrichten gewesen, lediglich bei den restlichen drei Prozent sei eine tatsächliche Gebührenpflicht vorgelegen, hat eine Überprüfung der oö. Gebietskrankenkasse ergeben. Von den 7,7 Mio. Euro, die seitens der Kasse im relevanten Zeitraum vorgeschrieben worden sind, seien rund 7,5 Mio. Euro (-97 Prozent) nach den neuen Ausnahmeregelungen wieder zu streichen. Nur 231.000 Euro (-3 Prozent) an Gebühren hätten gehalten.
Die Ambulanzgebühr hat seit ihrer Geburt Anlass für Verärgerung in der Bevölkerung und für Hickhack auf der politischen Bühne gesorgt. Dennoch wird eine generelle Erweiterung der Selbstbehalte im Gesundheitssystem diskutiert. Ungeachtet der Hypothese, dass ein extensives Selbstbehaltssystem zu den gleichen Troubles führen wird, wie sie die Ambulanzgebühr gebracht hat. Die Alternative wäre eine moderate Anhebung der Beiträge, die auf das Gleiche hinausläuft und Verwaltungskosten nicht steigen ließe. Eine solche erscheint allerdings vielen noch immer tabu.

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