"Facility Management" - Tagung des Österreichischen Städtebundes

Aktivitäten der Gemeinden und Städte im Gebäude- und Liegenschaftsbereich - intelligentes Sparen

Wien (OTS) - Knapp 80 Vertreter aus mehr als 30 großen Städten und Gemeinden Österreichs, aber auch Vertreter von Bund und Ländern, tagen am Donnerstag im Wappensaal des Wiener Rathauses.

Gebäude und Liegenschaften der Städte und Gemeinden rückten in den letzten Jahren auch in Österreich verstärkt ins Zentrum von Reformüberlegungen. Denn gerade durch eine grundlegende organisatorische Erneuerung des Managements des kommunalen Gebäude-und Liegenschaftsbestands werden beträchtliche Einsparungsmöglichkeiten für das Gemeindebudget erwartet.

Ziel der eintägigen Tagung sind die Darstellung des Konzepts "Facility Management" sowie der Nutzen und die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung anhand von praktischen Beispielen.

Warum ist FM ein Thema?

Die Gebäudewirtschaft bindet in den Städten und Gemeinden viel Geld - der Anteil der Kosten für Gebäude und Liegenschaften liegt im allgemeinen zwischen 12 und 15 Prozent des ordentlichen Haushalts. Sie sind damit nach den Personalkosten der zweitgrößte Kostenblock der Gemeinden.

Stand des FM in Österreich - Kurzumfrage

Die österreichischen Städte sind bereits äußerst aktiv.
o In 80 Prozent der Städte erfolgt bereits eine mengen- und wertmäßige Erfassung der Gebäude und Liegenschaften.
o Damit verbunden ist auch der Aufbau einer Kosten- und Leistungsrechnung, sodass den Nutzern der Gebäude die damit verbundenen Kosten bekannt sind und zur Grundlage ihrer Flächenanforderungen werden.
o Die nutzenden Dienststellen werden damit von Antragstellern
zu Auftraggebern.
o Es besteht ein Trend zur Auslagerung von Einzelleistungen (wie
z. B. Reinigung, Überwachung, Engiecontracting).
o Versicherungsleistungen werden schon seit Jahren mit Erfolg auf Kostenreduktionspotentiale untersucht (30 Prozent sind durchaus möglich).
o Rationalisierungspotentiale ergeben sich auch dadurch, dass Grundstücke und Gebäude nicht mehr benötigt und damit auf den Markt gebracht werden können.
o Durch eine zentrale Einheit könnten auch räumliche Bedarfsverschiebungen innerhalb des Stadtgebietes - deutlich abzulesen an den Volkzählungsergebnissen - besser beobachtet
bzw. prognostiziert werden.
o Die Art der Organisationseinheit - ob innerhalb der Verwaltung oder ein eigenes Unternehmen - ist keine zentrale Frage, sondern hängt von den jeweiligen Umständen ab.
o Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die immer wieder kolportierten Einsparungen von 15 bis 25 Prozent nur über einen Zeitraum von mehreren Jahren erzielt werden können und das insbesondere in der Anfangsphase, in der es gilt, die neuen Strukturen aufzubauen, zusätzliche Finanzmittel erforderlich sind.
o Kritisch wäre bei Ausgliederungen jedoch eine allfällige zusätzliche Umsatzsteuerpflicht von 20 Prozent, die alle Einsparungen zunichte machen würde.

Ein Ergebnis der Tagung kann bereits vorweggenommen werden: Der Österreichische Städtebund wird eine Benchmarking-Gruppe ins Leben rufen.

Generalsekretär Dkfm. Dr. Erich Pramböck erklärte: "Facility Management" ist eine Form des "intelligenten Sparens", das erlaubt, die Leistungen für die Bürger in vollem Umfang aufrecht zu erhalten, statt mit der Rasermähermethode Personaleinsparungen vorzugeben. (Schluss) stb

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