Irak-Krise: Friedensappell der Österreichischen Sozialdemokratinnen

Wien (SK) Die SPÖ-Frauen beschlossen am Donnerstag in ihrem Bundesfrauenkomitee einen eindringlichen Friedensappell vor dem Hintergrund der Irak-Krise. ****

Der Appell im Wortlaut:

"Wir lehnen jede Kriegsvorbereitung und einen möglichen Krieg gegen den Irak schärfstens ab. Die SPÖ-Frauen haben wiederholt während der letzten Jahre aufgezeigt, wie notwendig es ist, Konflikte durch friedliche Mittel, wie zum Beispiel Dialog und Verhandlungen zu lösen.

Das Ignorieren von Beschlüssen des UN-Weltsicherheitsrates würde eine neue Aushöhlung von internationalen Konfliktlösungsmechanismen bedeuten, weswegen die Vorbereitung von Alleingängen von Amerika und Großbritannien von uns mit großer Besorgnis beobachtet wird. Wir fordern aber auch vom Regime in Bagdad, den Weg freizumachen für eine demokratische Entwicklung des Iraks.

Die Sozialdemokratischen Frauen Österreichs haben seit ihren Anfängen eine Tradition der Ablehnung von Krieg und Gewalt. Konfliktvermeidung und Konfliktlösung sind dem Frieden förderlich und könnten bewaffnete Auseinandersetzungen verhindern. Sie setzen auf Konfliktprävention durch die Bekämpfung von Krisenursachen wie Armut, Verfolgung, undemokratische Strukturen und Zerstörung der Umwelt.

Kriege und gewalttätige Konflikte waren und sind fast immer eine männliche Domäne. Frauen und Kinder sind bei kriegerischen Auseinandersetzungen die Hauptleidtragenden. Sie sind zwar zumeist nicht aktiv am Kampfgeschehen beteiligt, werden aber als Geiseln genommen, verschleppt und sind bei Kriegshandlungen und in anderen Konfliktsituationen immer wieder Vergewaltigungen und anderen Formen der Gewalt durch Soldaten und Mitglieder anderer Sicherheitsorgane ausgesetzt.

Ein Krieg im Irak wäre keine Lösung sondern würde eine Katastrophe für alle Menschen, Männer, Frauen und Kinder sein. Ein Krieg im Irak wäre die Bestätigung, dass die Diplomatie versagt hätte und im schlimmsten Fall auch alle Konfliktlösungsmodelle gescheitert wären.

Wir erwarten im speziellen von allen europäischen Regierungen, dass sie ihre Kräfte einsetzen, um Verhandlungen mit dem Ziel einer friedlichen Lösung vorantreiben. Wir fordern jene Länder, die Mitglieder im UN-Weltsicherheitsrat sind, auf, ihre Stimme in diesem Sinne zu erheben.

Wir schließen uns weltweit erhobenen Appellen an, die von den unterschiedlichsten Organisationen (Gewerkschaften, Kirchen, NGO´s) -vor allem von Frauenorganisationen -und von Einzelpersonen wie PolitikerInnen und KünstlerInnen. Wir treten wie sie für einen Stopp der Kriegsvorbereitungen gegen den Irak ein und fordern neue internationale Initiativen für friedliche Konfliktlösungen.

Wir fordern die Mitglieder der Österreichischen Bundesregierung, insbesondere den Bundeskanzler und die Außenministerin, auf, unser neutrales Österreich von jeder Beteiligung an der Kriegspolitik fernzuhalten und militärische Überflüge sowie die Durchfuhr von Kriegsmaterial bzw. Armeepersonal über und durch Österreich zu verbieten." (Schluss) up/mm

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