Estland: Tigerstaat im Norden Europas

Immenses Interesse österreichischer Unternehmen am Top-Eu-Kandidaten Estland. WKÖ-Wirtschaftsmission seit Wochen ausgebucht

Wien (PWK064) - "Estland ist zwar nicht der größte, aber mit Sicherheit einer der am schnellsten wachsenden Märkte der EU-Erweiterungsstaaten. Und dadurch ergeben sich eine Unmenge an Chancen für österreichische Unternehmen. Auch um von Estland in die anderen baltischen Staaten oder nach Russland vorzustoßen", mit diesen Worten eröffnete Christian Kesberg, stellvertretender Leiter der Aussenwirtschaft Österreich (AWO), gestern Abend (Mittwoch) eine Veranstaltung zum Thema "Wirtschaftswunder Estland - Neuer Partner in der EU" in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das rege Interesse an der Vortragsreihe galt vor allem zwei Teilnehmern: Der estnischen Außenministerin Kristiina Ojuland und dem Präsidenten der estnischen Handels- und Industriekammer Toomas Luman. Das Interesse österreichischer Unternehmer am "Tigerstaat" im Norden Europas zeigt sich auch daran, dass eine Wirtschaftsmission der AWO/WKÖ im März schon seit Wochen ausgebucht ist. Für die kommende Mission im Oktober liegen auch schon Anfragen auf.

In Bezug auf den Andrang ausländischer Investoren in ihr Land, betonte Ministerin Ojuland, dass gerade kleine Staaten, wollen sie in der EU bestehen, ihren Markt für Auslandsunternehmen so weit wie möglich öffnen müssen. Die Reformpolitik Estlands der letzten zehn Jahre bereitete für die rasante wirtschaftliche Entwicklung und das positive Investorenklima den richtigen Boden. In diesem Zusammenhang meinte Ojuland, dass die Steuergesetzgebung der einzelnen EU-Staaten auch künftig in der Hand der nationalen Parlamente bleiben muss. Ojuland: "Unterschiedliche Steuersysteme bedeuten Vielfalt und sind für den Wettbewerb der Staaten untereinander von großer Bedeutung." Als besonderen Anreiz für Auslandsinvestoren erwähnte Handelskammerpräsident Luman, dass "Unternehmensgewinne, sofern sie im Land bleiben oder reinvestiert werden, in Estland nicht besteuert werden."

Luman ging dann näher auf die gute wirtschaftliche Entwicklung Estlands ein: Das Wirtschaftswachstum machte seit der politischen Wende eine rasante Entwicklung durch. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem bis dato wichtigsten Handelspartner, rutschte Estland kurzfristig in eine schwere Rezession (BIP 1991: -13,6%; 1992: -14,2%). Seit dem Jahr 2000 kann der nördlichste der drei Baltenstaaten aber auf ein sattes Wirtschaftswachstum verweisen (BIP 2000: 6,9%; 2001: 5%; 2002: 4,3%; Prognose für 2003: 5,5%). Die Inflation, die 1991 noch im vierstelligen Prozentbereich (!) lag wurde bis 2000 auf 4,7 Prozent gedrückt und 2002 lag sie bei 4,3 Prozent. Als weitere Anreize für potenzielle Investoren nannte Luman die absolute rechtliche Gleichstellung von ausländischen Investoren mit estnischen und dass der Landerwerb für Unternehmen aus dem Ausland ohne Einschränkungen möglich ist.

Gerade durch diese positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet sich Estland laut Außenministerin Ojuland als ideales Sprungbrett für Investoren in die beiden anderen baltischen Staaten, Lettland und Litauen, die der Entwicklung Estlands noch nachhinken, an. Auch der Schritt nach Russland, bedingt durch die lange gemeinsame Vergangenheit, kann über die Zwischenstation Estland leichter fallen.

Die österreichischen Handelsbeziehungen mit Estland entwickelten sich in den vergangenen Jahren hervorragend. Die Exporte stiegen in den letzten zehn Jahre um das 25-fache und erreichten Ende 2001 ein Jahresvolumen von 51,7 Mio Euro. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2002 erhöhten sich die Ausfuhren um 36,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode und stiegen auf 56,6 Mio Euro. Die Importe legten im selben Zeitraum um 12,5 Prozent auf ein Volumen von 19 Mio Euro zu. Die wichtigsten Ausfuhrprodukte Made in Austria sind Maschinen, Fahrzeuge, Produkte aus dem Elektroniksektor, medizinische und pharmazeutische Produkte, Spielautomaten sowie Nahrungsmittel. Importseitig dominieren Holz und Holzwaren, Fertigteil-Holzhäuser, Textilien, Glas und Sportschuhe. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4464
Fax: (++43-1) 50105-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0006