ÖBB eröffnen Innovatives Umschlags-Terminal am Wiener Nordwestbahnhof Utl: Neues Technologie- und Logistik-Konzept steigert die Effizienz des kombinierten Verkehrs

Wien (OTS) - Gemeinsam mit Partnerunternehmen aus Wirtschaft und Industrie und unterstützt durch Forschungsförderungen von Bund und EU hat der Bereich Forschung & Entwicklung des ÖBB-Güterverkehrs (Rail Cargo Austria) einen völlig neuartigen, technologischen Ansatz entwickelt, um die Effizienz und Attraktivität des kombinierten Güterverkehrs weiter zu steigern. Im Test-Einsatz ist das "Innovative Umschlags-Terminal" (IUT) ab sofort am Wiener Nordwestbahnhof - einer der zentralen Logistik-Drehscheiben der ÖBB im Großraum Wien.****

"Im Interesse unserer Kunden entwickeln wir in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft Technologie- und Logistik-Konzepte, die wir rasch umsetzen, um die wachsenden Anforderungen des Marktes zu erfüllen", so ÖBB-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt. "Das IUT hat für uns eine hohe strategische Bedeutung."

Know How von Wirtschaft und Industrie im IUT vereint
Renommierte High-Tech-Unternehmen wie ABC Consulting, Intermodal Corridor Network (ICN), Künz, Palfinger, Porr und seibersdorf research haben unter Federführung der ÖBB das IUT entwickelt, das aus einem zwei- bis dreigeschossigen Hochregallager für Container und Wechselaufbauten (WABs), einem Regalförderzeug und einem Regalbediengerät, das die gängigen, bis zu 45 Tonnen schweren Transportgefäße einzeln verstaut, sortiert und bereitstellt, besteht. Je nach Standortbedarf kann das IUT auf 700 Meter Länge und drei Ebenen erweitert werden.

Das eigens für Container entwickelte Regalbediengerät ermöglicht die Erprobung eines zukunftsweisenden Terminalkonzeptes, das grundlegende Produktionsänderungen im kombinierten Ladungsverkehr (KLV) bewirkt. Das von der EU geförderte IUT-Konzept beschleunigt einen Systemwechsel, der Dynamik und Leistungsfähigkeit des Containerumschlages steigert und so die Attraktivität des kombinierten Verkehrs hebt. Gegenüber bislang üblichen Terminals spart das IUT Zeit und Kosten. Beispielsweise erlauben die verkürzten Waggon-Stehzeiten mehr Wagenumläufe, was eine bessere Wagenauslastung und damit geringere Kosten bedingt.

Die Vorteile des Innovativen Umschlags-Terminals
Bei heutigen KLV-Terminals dauert die Entladung und das Verräumen der Container sowie die daran anschließende Neu-Beladung des Zuges gewöhnlich mehrere Stunden, weshalb KLV-Züge zum Be- und Entladen meist eigens am jeweiligen Terminal abgestellt werden.

Das technologisch innovative Konzept des IUTs trennt die drei wesentlichen Arbeitsschritte (Umsetzen, Lagern und Sortieren) in zwei separate Teilschritte: Entladen/Beladen und Lagern/Sortieren. Statt einem riesigen Kran, der nacheinander alle erforderlichen Arbeitsschritte ausführt, erledigen beim hoch dynamischen IUT zwei aufeinander abgestimmte Spezialgeräte (Container-Umsetzer, Regalbediengerät) parallel jene Umschlagprozesse, die bislang seriell erledigt werden.
Während der Container-Umsetzer, ein Schnellumschlagsgerät, die Ladung eines rund 500 Meter langen KLV-Zugs in knapp einer halben Stunde auf die Vorsortierfläche umschlägt, verstaut das Regalbediengerät (gleichsam als Lagerkran) die Transportgefäße von der Vorsortierfläche in das zwei- bis dreigeschossige Hochregallager, wo jeder Container bzw. WAB seinen definierten Platz zugewiesen erhält, und über die Vorsortierfläche erneut auf einen Zug bzw. LKW umgeschlagen werden kann.

Größere Effizienz auf kleineren Flächen
Die Vorteile des IUTs sind ein bis zu 40% geringerer Flächenbedarf und die stark erhöhte Leistungsfähigkeit dank parallel stattfindender Arbeitsabläufe. Durch den besonders effizienten Umschlag sinken auch die Gesamtbetriebskosten sowie der Verweildauer des KLV-Zuges und der LKW im Terminal.

"Mit dem Herzstück des IUTs ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen, effizienteren Produktionssystem im kombinierten Verkehr erreicht. Der nächste Schritt gilt der Entwicklung des vollautomatischen Containerumsetzers," so ÖBB-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt zur weiteren Forschungs- und Entwicklungsoffensive im ÖBB-Güterverkehr.

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