VP-Gerstl: Viennabike-Aktion darf kein Dauerflop sein!

10 Punkte-Programm der Wiener ÖVP für eine Ausweg aus dem Chaos!

Wien (ÖVP-Klub): "Die grundsätzlich gute Idee der Viennabike-Aktion wurde durch eine äußerst schlechte Projektvorarbeit soweit zerstört, dass nur drei Monate vor dem Beginn der Radfahrsaison ein neuer Betreiber gesucht wird, der die ver(rad)fahrene Situation retten soll", kritisierte der Verkehrssprecher der Wiener ÖVP, Mag. Wolfgang Gerstl, das derzeitige Chaos rund um die Auswahl eines neuen Betreibers.****

Schwund- und Reparatur-Raten am Fahrradpark haben das Projekt an den Rand des Scheiterns gebracht. "Nur der jahreszeitliche Wechsel hat gnädiger Weise den Mantel des Schweigens über das Projekt gelegt. Jedenfalls solange bis Stadtrat Schicker mit einem Paukenschlag den Betreibervertrag kündigte", erklärte Gerstl. Durch diese überstürzte Vorgangsweise seien weitere Schwächen bei der stadträtlichen Verantwortlichkeit für dieses Projekt zu Tage gekommen.

Der Dauerflop kündigte sich vom Start weg an

Ein Pilotprojekt, etwa auf einen Bezirk beschränkt, an dem man wichtige Erfahrungen über die Akzeptanz und die Verwendung eines solches Angebotes durch die Wiener in Erfahrung hätte bringen können, habe gefehlt. Räder und die Fahrradständer seien vertraglich im Besitz des Vereins "Viennabike", obwohl für den Ankauf der Räder und die Aufstellung der Fahrradständer öffentliche Gelder verwendet worden sind. "Es ist äußerst unklar, inwieweit der neue Verein mit dem restlichen für diese Aktion noch auszubezahlenden Geld, das dem Stadtrat jetzt noch als verbliebene Subventionstranche zur Verfügung steht, das Auslangen finden wird", erklärt der Verkehrssprecher weiter.

Verleihsystem und Reparaturfreundlichkeit der Räder sind Knackpunkte der Viennabike-Aktion

Der Knackpunkt für eine erfolgreiche Viennabike-Aktion sei ein sicheres und dabei leicht zu administrierendes Verleihsystem. In einigen europäischen Großstädte kann man einen Fahrradcode per Telefon anfordern. Nur mit Hilfe dieser Nummer lässt sich das Fahrradschloss öffnen. Bei der Rückgabe wird das Fahrrad einfach wieder beim Abstellplatz eingeklinkt", erklärt Gerstl. Eine andere Möglichkeit sei die Verwendung von Bankomat-Karte oder Kreditkarte zur Registrierung.

"Eindeutige Fehler, die in Zukunft vermieden werden müssen, wurden auch bei der Kommunikations- und Informationspolitik und bei der Werbung für das Projekt gemacht", kritisiert Gerstl weiter. Das Stadtrad als "Gratisrad" zu bezeichnen, führte zu dem Missverständnis, dass die Leute glauben ließ, Sie können sich eines der Räder einfach mit nach Haus nehmen. Dieser Irrglaube, der im Nachhinein nur sehr schwer wieder ausgeräumt werden kann, habe schließlich zum vorläufigen Scheitern des Projektes stark beigetragen.

Es sind aus Sicht der Wiener ÖVP klare Vorgaben notwendig, um den zweiten Anlauf nicht wieder zum Flop werden zu lassen:

1. Kleinversuch, gebietsmäßig begrenzt.

2. Bevor man sich in ein neues Abenteuer stürzt, sollte man mit den alten Betreibern eine einvernehmlich und tragfähige Lösung finden.

3. Die zukünftigen Räder müssen weniger anfällig für Reparaturen sein.

4. Das Projekt müsste begleitet sein mit einer rigorosen Überwachung der Einhaltung der Straßenverkehrsordnung aller Verkehrsteilnehmer, um Konflikte mit den Fahrradfahrern, Autofahren und Fußgängern hintanzuhalten.

5. Die Fahrräder sollen eine Nummer tragen.

6. Es muss eine noch verstärktere Zusammenarbeit mit der Polizei geben, sowie ergänzend hinzu sollte der zukünftige Betreiberverein selbst Personal zur Kontrolle der Einhaltung der Benützungsbestimmungen einsetzen.

7. Der Vertrag mit dem Betreiberverein muss so abgeschlossen sein, dass er Pflichten der Betreiberfirma genau regelt und darüber hinaus eindeutig den Besitzstand von Abstellplätzen und Fahrrädern festlegt. Genauer Festlegungen bedarf es auch über die Verwendung der Geldmittel.

8. Der Stadtrat muss sich entsprechende Kontrollmöglichkeiten sichern und seine Verantwortlichkeit während des ganzen Projektprozesses wahrnehmen und nicht erst bei Flopgefahr die Vertragskündigung auszusprechen. Es wäre sicherlich sinnvoll, eine Kontaktperson in den Verein zu entsenden, der Berichtspflicht übernähme und gleichzeitig Steuerungs- bzw. Vermittlungsaufgaben wahrzunehmen hätte.

9. Es muss ein Verleihsystem eingeführt werden, mit dessen Hilfe es möglich ist, jederzeit den Benützer des Fahrrades nachvollziehen zu können. Allerdings darf es in der Handhabung nicht zu kompliziert sein, da sonst das Interesse sehr gering sein wird.

10. Im Vorfeld des Neustarts muss eine PR-Aktion gestartet werden, die auf die Benützungsvorschriften eindeutig aufmerksam macht und das Missverständnis, das die Bezeichnung "Gratisstadtrad" ausgelöst hat, wieder ausräumt.

"Insgesamt ist der Stadtrat Schicker gut beraten, alles daran zu setzen, dieses Projekt zu einem guten Projektverlauf zu bringen, denn es handelt sich bei Viennabike um eine der wenigen konkreten verkehrspolitischen Initiativen des seit nunmehr fast zwei Jahre amtierenden Stadtrates", so Gerstl abschließend.(Schluss)

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