Konjunktur und Beschäftigung im Zentrum des Treffens von Leitl und Duisenberg

Leitl deponiert Wunsch nach Ein- und Zwei-Euro-Scheinen

Wien (OTS) - Die Themen Wirtschaft und Beschäftigung sowie der Beitrag aller europäischen Institutionen zur Erreichung des EU-Ziels, bis 2010 zur wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Region der Welt zu werden, standen im Mittelpunkt eines Treffens zwischen dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, und dem Präsidenten der Europäischen Wirtschaftskammern (Eurochambres) und der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, das gestern, Mittwoch, am späten Nachmittag in Frankfurt stattgefunden hat. Bei diesem Treffen deponierte Leitl auch den Wunsch nach Einführung von Ein- und Zwei-Euro-Scheinen.

Ein jüngst veröffentlichter Zwischenbericht der EU-Kommission hat ergeben, dass die Europäische Union bei der Einhaltung des ehrgeizigen Vorhabens, bis 2010 führend in der Welt zu sein, in Verzug geraten ist. Zudem ist und bleibt die konjunkturelle Situation in Europa kritisch. Die geopolitische Lage sorgt für zusätzliche Verunsicherung. "Jetzt geht es darum, was europäische Institutionen wie die EZB, aber auch europäische Interessensvertreter wie Eurochambres, dazu beitragen können, um die wirtschaftliche Situation in Europa zu stärken und der Konjunktur Impulse zu verleihen", betonte Leitl nach dem "sehr konstruktiv und positiv" verlaufenen Gespräch.

Leitl unterstützt Duisenberg in diesem Zusammenhang bei der Forderung nach stabilen und gesunden öffentlichen Finanzen und den Bemühungen, die Wertbeständigkeit des Euro zu sichern. "Es bleibt zu hoffen, dass die EZB Spielräume in ihrem eigenen Verantwortungsbereich, also etwa Möglichkeiten wie eine Zinssenkung, dazu nützt, um Konsumenten und Unternehmen neuen Mut zu machen und Europa wieder auf einen Wachstums- und Beschäftigungspfad zu bringen", sagte Leitl. Die europäischen Sozialpartner können als "Manager des Wandels" ihrerseits einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wirtschaft leisten - etwa, indem sie eine produktivitätsorientierte Lohn- und Einkommenspolitik verfolgen. Nicht zuletzt liege es an den Regierungen, Führungskraft zu beweisen und zugesagte Reformen auch in die Tat umzusetzen. "Europa darf nicht auf eine Belebung durch Asien oder die USA warten. Wir müssen unsere Fähigkeiten und Talente einsetzen und nützen, um aus eigener Kraft einen Aufschwung zu schaffen", betonte der WKÖ-Chef.

Leitl brachte bei seinem Treffen mit Duisenberg auch die Forderung nach Ein- und Zwei-Euro-Scheinen aufs Tapet. "Kleinere Banknoten würden nicht nur die Münzflut eindämmen, sondern auch den Konsumenten und Betrieben das Hantieren mit dem Euro-Bargeld erleichtern", begründete Leitl den Vorstoß. Zudem würden "kleinere" Euro-Scheine die internationale Attraktivität der Europa-Währung erhöhen.

Duisenberg antwortete, die EZB sei in diese Frage "neutral". Es sei eine Machbarkeitsstudie über die Vor- und Nachteile einer Einführung von zusätzlichen, kleineren Euro-Banknoten geplant. "Das ist eine faire Vorgehensweise", meinte Leitl und bekräftigte, dass die Wünsche der Konsumenten bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen.

In jüngster Zeit hatten sich, wie berichtet, mehrere Mitgliedstaaten offen für die Einführung kleinerer Banknoten gezeigt, darunter der griechische Vorsitzende des EU-Rats der Wirtschafts- und Finanzminister. Die Wirtschaftskammer Österreich hatte sich bereits vor der Euro-Einführung für Ein- und Zwei-Euro-Scheine ausgesprochen. (sr/hp)

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