Sima zu EURATOM: "Neue Regierung muss EU-Atom-Plänen Absage erteilen!

EU-Geheimpapier belegt: EURATOM-Gelder für sechs weitere Reaktoren in Russland!

Wien (SK) Einen "Offenbarungseid" von einer neuen österreichischen Bundesregierung in Sachen EURATOM forderte heute SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima. "Angesichts der nun aufgedeckten Geheimpläne der EU-Kommission, mittels EURATOM-Kredite den Bau von sechs Reaktoren in Russland zu finanzieren, ist wohl endgültig klar, dass es der Kommission um die Forcierung der Atomenergie im großen Maßstab geht und die Sicherheitsaufrüstungen nur eine Nebenrolle spielen", so Sima empört. Konkret sollen nämlich an den vier russischen Standorten Kalinin, Balokovo, Kursk und Rostov sechs Reaktoren fertig gebaut werden", erläuterte die Umweltsprecherin. "Dort schreitet laut Kommissionsangaben der AKW-Bau aufgrund von Finanzierungsengpässen nicht voran und soll daher nun mit EU-Geldern weitergetrieben werden", so Sima. Sie fordert eine klare Absage an die Atom-Pläne der EU-Kommission durch eine neue österreichische Bundesregierung. ****

"Bisher hat ja Umweltminister Molterer die Ziele der EURATOM-Kredite stets verharmlost und von Sicherheitsaufrüstungen gesprochen, Tatsache ist, dass der Zug in eine ganz andere Richtung fährt. Der Mythos der Hebung der Sicherheitsstandards durch EURATOM ist wohl längst entzaubert", so Sima. Ein Blick auf die Gelder-Vergabe der Vergangenheit belege dies auch ganz eindeutig. So sei beispielsweise der bisher größte Kredit - nämlich 680,5 Mio. Euro - in die Fertigstellung der beiden Tschernobyl-Ersatzreaktoren K2/R4 (Khmelnitzky 2 und Rovno 4) geflossen. Im Jahr 2000 habe die EU-Kommission einen Kredit in der Höhe von 213,5 Mio. Euro für die Nachrüstung der beiden Blöcke im bulgarischen Kozloduj 5 und 6 bewilligt. "Kozloduj zählt zu den hochgefährlichen Risikoreaktoren. Finanziert werden die Nachrüstung natürlich mit Steuergeldern der BürgerInnen der EU, also auch mit unseren Steuergeldern", so Sima empört. In der Warteschleife stehen schon länger das russische AKW Kalinin-3, für dessen Fertigstellung 335 Mio. Euro aus EURATOM-Töpfen fließen sollen. Daneben soll auch in Rumänien der kanadische Schwerwasserreaktor Cernavoda-2 mit EURATOM-Geldern in der Höhe von 250 Mio. Euro fertiggestellt werden. "Und nun sollen also auch noch sechs weitere Reaktoren in Russland finanziert werden, eine Verantwortungslosigkeit der Sonderklasse, der endlich ein Riegel vorgeschoben werden muss", so die Umweltsprecherin abschließend. (Schluss) ns/mm

Aktuelle Öko-Infos auf www.ulliSima.at: Hintergrundpapiere zu EURATOM

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