Kaske warnte: "Die Verwaltungsreform kann Ihre Gesundheit gefährden"

Gewerkschaft HGPD kritisierte Abschaffung von Rattengesetz und Bazillenausscheidergesetz

Wien (ÖGB/HGPD). "Die Verwaltungsreform 2001 war eine im wahrsten Sinne des Wortes ungesunde Reform", kritisierte der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Michael Singer, Bundesberufsgruppenobmann der Schädlingsbekämpfer in der Wirtschaftskammer. Kaske und Singer kritisierten die Abschaffung von Rattengesetz und Bazillenausscheidergesetz. "Die Politiker sind aufgerufen zu handeln, bevor es Opfer gibt", schlug der HGPD-Vorsitzende Alarm.++++

"Wir hatten in Österreich ein hervorragendes Rattengesetz, um das uns andere Länder beneidet haben", erklärte Michael Singer. Der Experte hat 2001 PolitikerInnen aller Parteien eindringlich gewarnt dieses Gesetz abzuschaffen: "Zumal nun an Stelle eines einheitlichen Gesetzes eine Unzahl von Verordnungen treten müssen." Denn während das Rattengesetz eine Meldepflicht für den Nagerbefall beinhaltete, muss sich nun jeder Bürgermeister im Gemeinderat die Rattenvertilgung absegnen lassen. Einzig Wien hat eine Verordnung, die regelmäßige Kontrollen vorsieht. Die Wanderratte ist auch im neuen Jahrtausend nicht ausgestorben und überträgt eine Vielzahl an Krankheiten auf Mensch und Tier. Michael Singer: "Und Ratten sind schlau - da ist professionelle Vernichtung angesagt. Die Gefahren werden leider allzu gerne unterschätzt." Rudolf Kaske ergänzte: "Die Abschaffung des Rattengesetzes gefährdet nicht nur Mensch und Tier", sie gefährdet auch Arbeitsplätze in dieser Branche. Daher sitzen wir heute gemeinsam hier."

Bereits mehrere Male hat die Gewerkschaft HGPD auch die Abschaffung des Bazillenausscheidergesetzes kritisiert. Bis zur Verwaltungsreform mussten ArbeitnehmerInnen im Gastgewerbe und in der Lebensmittelindustrie einmal jährlich eine Stuhlprobe im Gesundheitsamt abgeben und alle zwei Jahre zum Lungenröntgen. Der HGPD-Vorsitzende: "Für die Konsumenten und auch die Arbeitnehmer hat das ein Sicherheitsnetz bedeutet, das nun mutwillig zerrissen wurde."

"Es ist hoch an der Zeit über neue bundesweite Regelungen nachzudenken", schließt der HGPD-Vorsitzende: "Oder muss erst etwas passieren?"(kk)

ÖGB, 30. Jänner 2003
Nr. 049

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