Sinnvolle EDV-Alternative: "KV DATA" nützt Synergien

Linz (OTS) - In Wien trafen sich am 29. Jänner 2003 die Obleute
und leitenden Angestellten aller österreichischen Krankenkassen für Unselbständige, um als Arbeitsgemeinschaft der Krankenversicherungsträger ("ARGE KV") aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Fragen zu erörtern. Unter anderem ging es dabei um die Zukunft der EDV in der Sozialversicherung. Die Krankenversicherungsträger legen mit KV-DATA ein integratives Modell der EDV-Organisation vor, das bei Ausnützung aller Synergien wirtschaftlichen Erfolg verspricht und einen kontraproduktiven, puren Zentralismus verhindert. Einhellig wurde abgelehnt, wie der Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgehe. Sein Ansatz SV-DATA greife unzulässig in die Autonomie der Träger ein.

Die Spitzenrepräsentanten der neun Gebietskrankenkassen, der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, der Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen, der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaues sowie der größeren Betriebskrankenkassen wandten sich vor allen gegen die Art und Weise, wie SV-DATA von der Geschäftsführung des Hauptverbandes gleichsam verordnet wurde.

Das Konzept von SV-DATA beinhaltet, dass wichtige IT-Bereiche und Aufgaben der einzelnen Träger zentral unter dem Dach - zum Beispiel einer ausgelagerten Gesellschaft - abgewickelt werden sollen. Damit haben alle Versicherungsträger der "ARGE KV" ernste Probleme. Denn einerseits könnten die Träger damit nicht mehr über unternehmensnotwendige IT-Ressourcen verfügen. Und andererseits würden die Versicherungsträger dazu gezwungen, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, ohne etwa über die Kosten dafür ein Mitspracherecht zu haben. Das würde nach Ansicht der "ARGE KV" massiv in die Selbständigkeit und in die Finanzgebarung der einzelnen Träger eingreifen und sei so mit der Selbstverwaltung und ihrer Verantwortung unvereinbar.

Die Spitzenvertreter der Krankenkassen waren sich darüber einig, dass im Bereich der EDV Rationalisierungs- und Einsparungspotentiale genutzt werden müssen. Einhellig war man allerdings der Ansicht, dass das derzeit vorliegende Konzept von SV-DATA dazu nur wenig geeignet sei. Deshalb wurde dem zentralistischen Modell des Hauptverbandes unter dem Arbeitstitel "KV-DATA" eine sinnvolle Alternative gegenübergestellt. Nach diesem Konzept sollen ein IT-Ausschuss, in dem der Hauptverband, aber auch die Träger repräsentiert sind, über gemeinsame Ziele im Hard- und Software-Bereich auf Vorschlag eines neuen KV-DATA-Managements entscheiden. Bei größtmöglicher Transparenz können so alle Synergie- und Rationalisierungsmöglichkeiten genützt werden und gleichzeitig die finanziellen Entwicklungen von EDV-Projekten mitbestimmt werden.

Wichtiger Bestandteil des neuen Konzepts ist ein externes Controlling, das Fehlentwicklungen auf allen Ebenen rechtzeitig aufzeigen kann. Die strategische Planung und Steuerung der gemeinsamen IT-Aktivitäten übernimmt ein IT-Ausschuss, umgesetzt werden die Projekte von einem KV-DATA-Management. Ein eigens eingesetzter Technologiekoordinator ist für die Sicherstellung einheitlicher Standards für Plattformen und Entwicklungswerkzeuge zuständig. Die vom IT-Ausschuss aufgegriffenen und in Auftrag gegebenen Projekte können von einzelnen Trägern, aber auch von externen Dienstleistern abgearbeitet werden.

Der Vorsitzende der "ARGE-KV" Helmut Oberchristl berichtet, dass innerhalb der "ARGE-KV" große Einigkeit darüber herrsche, dass das vorliegende Modell eine sinnvolle Alternative zu den EDV-Bestrebungen des Hauptverbandes darstellt. Das Modell der Träger vereine in sich die Vorteile einer effizienten, kostensparenden und an den Bedürfnissen der Versicherten orientierten Zusammenarbeit, ohne die Nachteile und Risken zentral gelenkter Großprojekte in Kauf nehmen zu müssen.

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