AKTUELLE STUDIE BESTÄTIGT: EXPORT VON WASSER KEIN THEMA

Ängste um den "Ausverkauf österreichischen Wassers" unbegründet

Wien (OTS) Diskussionen über einen Export von österreichischem Trinkwasser erhitzen immer wieder die Gemüter. Hoffnungen auf das "schnelle Geld" stehen Besorgnissen um eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser gegenüber. Das Lebensministerium beauftragte die Firma Contrast Management-Consulting, dieser Frage nachzugehen. Das Ergebnis ist eindeutig: der Wasserverkauf über Tankwagen oder Pipelines ist wirtschaftlich nicht lukrativ. Die Gründe liegen in den hohen Transportkosten. Zudem kann österreichisches Wasser nach langem Transport mit seiner Qualität nicht mehr punkten. Entsalztes Wasser kann in Küstenregionen hingegen recht preiswert bereitgestellt werden. Die Studie wurde beim ÖVGW-Symposion "Wasserversorgung" in Wien präsentiert. Dies teilte das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit.****

Von Österreichs Wasserdargebot verbrauchen wir den - scheinbar geringen - Anteil von nur drei Prozent. 97 Prozent des klaren Schatzes verlassen somit unser Land ungenutzt. Dies regte natürlich zu Überlegungen an, diesen "Überschuss" wirtschaftlich zu verwerten. Hieraus resultierten einerseits Hoffnungen auf neue ökonomische Chancen, anderseits aber auch Ängste vor einem Ausverkauf österreichischen Wassers.

Zur Abklärung der Frage, auf welche Art und Weise das in Österreich zur Verfügung stehende Wasser optimal wirtschaftlich genutzt werden und welcher Anteil der Wertschöpfung in Österreich erhalten werden könnte, wurde die Firma Contrast Management-Consulting, Wien, beauftragt. Es sollte der Export von Wasser mit seinen ökonomischen Möglichkeiten und Grenzen in allen Segmenten des Wassermarktes, sowohl dem Hochpreissegment von Mineral- und Tafelwasser als auch dem Niedrigpreissegment des Massenexports, beleuchtet werden. Die nun vorliegenden Ergebnisse stellen klar, dass ein Massenexport von Wasser aus Gründen hoher Transportkosten und konkurrierender Wasserdargebote kaum in Frage kommt.

Eine andere, recht überraschende Tatsache hat die Studie aber auch aufgezeigt: Österreich importiert deutlich mehr Flaschenwasser, als es exportiert. Das ist ein Faktum, das angesichts der umfassend guten Qualität österreichischen Wassers nicht ganz verständlich ist. Bei entsprechenden Anstrengungen im Marketing-Bereich könnten Bemühungen, österreichisches Flaschenwasser (Mineralwasser) als Markenartikel zu positionieren, Erfolg versprechend sein. Selbst bei einem starken Anstieg der Exporte wären in diesem Falle aufgrund der vergleichsweise geringen Wassermengen keine negativen Auswirkungen auf den österreichischen Wasserhaushalt zu erwarten.

Wie hoch die Wasserreserven sind und wie es um die Versorgungssicherheit bestellt ist, war bereits Gegenstand einer Studie, die das Lebensministerium 2001 in Auftrag gab. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. H. Zojer bearbeitete die Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH in Graz die Frage der "Abschätzung des nachhaltig nutzbaren Quellwasserdargebotes im alpinen Raum Österreichs". Diese Studie sollte hinsichtlich des Wasserdargebots objektive Daten für die Diskussion von Fragen der nachhaltigen Wassernutzung und eines allfälligen Wassertransfers zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis zeigte, dass auch bei strikter Beachtung verschiedener Einschränkungen und vor allem der Bedürfnisse der Ökologie in Österreich ausreichend qualitativ hochwertiges Wasser zur Verfügung stünde, das ohne Schädigungen der Umwelt ökonomisch nutzbar wäre, teilte das Lebensministerium abschließend mit.

Der Bericht im Internet: www.lebensministerium.at/publikationen

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